
Law and Narrative in the Bible
Calum M. Carmichael stellt hier allgemein akzeptierte Ansichten über die Herleitung der biblischen Gesetze im Deuteronomium und im Dekalog in Frage und legt überzeugende Beweise dafür vor, dass literarische Traditionen und nicht soziale Zwänge die Form der Gesetze bestimmt haben.
Carmichael erörtert so problematische und wichtige Fragen wie die Reihenfolge, in der scheinbar nicht zusammenhängende Gesetze erscheinen. Warum, so fragt er, sind einige Gesetze von allgemeiner Tragweite, während andere äußerst spezifisch sind? Carmichael erkennt die literarische Raffinesse der biblischen Verfasser an und erklärt, warum sie die deuteronomischen Gesetze Mose und den Dekalog Jahwe zuschreiben. Er behauptet, dass die Verfasser, um die prophetische Wirkung ihres Materials zu bewahren, die bestehende biblische Erzählung genau studierten und Gesetze auswählten, die den entsprechenden historischen Kontext beibehielten.
Unter diesem Gesichtspunkt ist Carmichael in der Lage, eine starke logische Kontinuität sowohl in der Struktur als auch im Inhalt des Dekalogs und der deuteronomischen Gesetze zu erkennen. Law and Narrative in the Bible ist ein origineller und herausragender Beitrag zur Erforschung des biblischen Rechts und wird Rechtshistoriker und Bibelwissenschaftler gleichermaßen interessieren.
Calum M. Carmichael ist Professor für Vergleichende Literaturwissenschaft und Biblische Studien in Cornell.