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Haunted Dreams: Fantasies of Adolescence in Post-Soviet Culture
Haunted Dreams ist die erste umfassende Studie in englischer Sprache, die sich mit den kulturellen Darstellungen der Adoleszenz in Russland seit dem Ende der Sowjetunion 1991 beschäftigt. Jenny Kaminer ordnet diese kulturellen Darstellungen in den breiteren Kontext der europäischen und angloamerikanischen Wissenschaft über Adoleszenz und Jugend ein und untersucht, wie russische Schriftsteller, Dramatiker und Filmemacher sich immer wieder dem jugendlichen Protagonisten zugewandt haben, um die unzähligen Risse in der postsowjetischen Gesellschaft zu erkunden.
Anhand einer eingehenden Analyse von Prosa, Drama, Fernsehen und Film zeigt dieses Buch, wie der jugendliche Held in den turbulenten Jahren seit dem Ende des sowjetischen Experiments zum Schauplatz vielfältiger Ängste geworden ist. Kaminer geht auch direkt auf eine der zentralen Fragen ein, mit denen sich die Wissenschaftler des postsowjetischen Russlands konfrontiert sehen: Sind die sowjetischen Kulturmodelle überwunden worden? Oder dominieren sie weiterhin? Die Figur des Heranwachsenden, die während der Sowjetzeit eine besonders potente und dauerhafte Quelle kultureller Mythologie war, bietet provokantes Material für die Erforschung dieser Fragen.
In Haunted Dreams (Gespenstische Träume) zeigt Kaminer anhand eines historischen Ansatzes auf, wie sich die Phantasien der Adoleszenz über die sowjetische und postsowjetische Kluft hinweg verändert haben und konstant geblieben sind. Einige der besprochenen Werke zeigen die Möglichkeit auf, das Modell des heroischen Heranwachsenden für eine neue Gesellschaft zu retten. Andere hingegen verweisen diese Figur auf den Müllhaufen der Geschichte, indem sie Abscheu oder Entsetzen hervorrufen oder die tragischen Konsequenzen aufzeigen, die sich aus der Kombination von Adoleszenz, Gewalt und Fantasie ergeben.