
Haunted Empire: Gothic and the Russian Imperial Uncanny
Haunted Empire zeigt, dass gotische Elemente in der russischen Literatur häufig Ausdruck tief sitzender Ängste über die russische imperiale und nationale Identität sind.
Valeria Sobol vertritt die These, dass die anhaltende Präsenz gotischer Tropen in der Literatur des Russischen Reiches eine literarische Schlüsselform darstellt, die tiefgreifende historische und kulturelle Spannungen zum Ausdruck bringt, die sich aus Russlands eigenwilliger imperialer Erfahrung ergeben. Ihr Buch verbindet Theorien über das Imperium und den Kolonialismus mit der genauen Lektüre kanonischer und weniger untersuchter literarischer Texte, um zu erforschen, wie der gotische Horror aus der bedrohlichen Ambiguität von Russlands eigener Vergangenheit und Gegenwart erwächst und den Effekt hervorruft, den Sobol als „das imperiale Unheimliche“ bezeichnet.
Indem sie sich auf zwei Räume des imperialen Unheimlichen konzentriert - den baltischen Norden/Finnland und den ukrainischen Süden - rekonstruiert Haunted Empire eine mächtige diskursive Tradition, die die Mechanismen der russischen imperialen Imagination offenbart, die auch heute noch am Werk sind.