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Conversations with Percival Everett
In den ersten 18 Jahren seiner Karriere gelang es Percival Everett (geb. 1956), unter dem Radar des literarischen Establishments zu fliegen, da er seine künstlerische Vision auf verschiedenen unkonventionellen Wegen verfolgte, einschließlich seiner Vorliebe, seine Bücher über unabhängige Verlage zu veröffentlichen.
Doch mit der Veröffentlichung seines Romans Erasure im Jahr 2001 konnte sein literarisches Genie nicht länger geheim gehalten werden. Als Autor von mehr als fünfundzwanzig Büchern hat sich Everett als einer der bedeutendsten amerikanischen - und wohl auch weltweiten - Schriftsteller des 21. Jahrhunderts etabliert.
Zu den zahlreichen Auszeichnungen, die er seit 2000 erhalten hat, gehören die Hurston/Wright Legacy Awards für Erasure und I Am Not Sidney Poitier (2009) sowie drei prominente Preise für seinen Roman Wounded aus dem Jahr 2005: der PEN Center USA Literary Award for Fiction, der französische Prix Lucioles des Libraires und der italienische Premio Vallombrosa Gregor von Rezzori Prize. Die in diesem Band versammelten Interviews - von denen einige zum ersten Mal in gedruckter Form oder in englischer Übersetzung erscheinen - zeigen Everetts reichhaltigen Witz sowie die Unabhängigkeit des Denkens, die dazu geführt hat, dass sein Werk als "charakteristisch uncharakteristisch" beschrieben wird.
In einem Moment spricht er mit großer Raffinesse über die Tatsache, dass afroamerikanische Autoren gezwungen sind, zwingende Erwartungen an ihren Stoff zu überwinden, was bei weißen Schriftstellern nicht der Fall ist, und im nächsten spricht er über das Training von Maultieren oder macht Witze über Jim Crow", einen Ziervogel, den Everett auf seiner Ranch außerhalb von Los Angeles hatte. Everett spricht über Ethnie" und Geschlecht, seine ökologischen Interessen, den realen und mythischen amerikanischen Westen, den eklektischen Charakter seiner Arbeit, das Handwerk des Schreibens, Sprache und Sprachtheorie und vieles mehr.
Ob man nun versucht, das umfangreiche literarische Werk des Autors besser zu verstehen, oder einfach nur einen sehr interessanten Geist kennenlernen möchte, die Gespräche mit Percival Everett sind mit Sicherheit eine unterhaltsame und lehrreiche Lektüre.