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Das Buch „Gettysburg: The Meade-Sickles Controversy“ von Richard Sauers bietet eine detaillierte Untersuchung der umstrittenen Beziehung und der Ereignisse zwischen den Generälen Meade und Sickles während der Schlacht von Gettysburg, wobei der Schwerpunkt auf der umstrittenen Entscheidung von Sickles liegt, seine Linie im Peach Orchard zu verlängern, was nach Ansicht vieler die Position der Union gefährdete. Der Autor analysiert verschiedene Primärquellen und historische Interpretationen, um die politischen und persönlichen Kämpfe aufzuzeigen, die lange nach den eigentlichen Ereignissen der Schlacht stattfanden.
Vorteile:⬤ Gut recherchiert und umfassend, bietet es neue Einblicke in die Sickles-Kontroverse
⬤ nutzt Berichte aus erster Hand effektiv
⬤ setzt sich kritisch mit der historischen Debatte auseinander
⬤ geschrieben in einem fesselnden Stil, der das Interesse des Lesers aufrecht erhält
⬤ ideal für diejenigen mit einem grundlegenden Verständnis der Schlacht von Gettysburg.
Erfordert Vorkenntnisse über die Schlacht von Gettysburg, was den Zugang für Gelegenheitsleser einschränken kann; manche mögen die detaillierte Konzentration auf eine Kontroverse im Vergleich zu umfassenderen historischen Erzählungen als eng empfinden.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
Gettysburg: The Meade-Sickles Controversy
Am 2. Juli 1863, dem zweiten Tag der Kämpfe in Gettysburg, rückte Generalmajor Daniel E.
Sickles in einer umstrittenen Auslegung seiner Befehle mit seinen Männern über die etablierte Unionslinie hinaus vor und setzte seine Flanken einem potenziell verheerenden Angriff der Konföderierten aus. Kurz nachdem er von seinem Befehlshaber, Generalmajor George G. Meade, für die Gefährdung der gesamten Unionsarmee gerügt worden war, wurde Sickles von einer Kanonenkugel getroffen.
Er kehrte mit amputiertem Bein und schwer verletztem Stolz nach Washington, D.
C., zurück. Sickles, der vor dem Krieg Politiker und Anwalt war, war bereits dafür bekannt, dass er als erster Mensch in der Geschichte der USA von einem Mord freigesprochen wurde, weil er sich auf vorübergehende Unzurechnungsfähigkeit berief.
Während seiner Genesung in der Hauptstadt verteidigte Sickles seine Taten in Gettysburg vor jedem, der ihm zuhörte, einschließlich Präsident Lincoln, und kritisierte Meade vor dem Kongressausschuss für die Führung des Krieges. Auch nach dem Krieg verteidigte er sich noch jahrelang, während Meade meist schwieg. Der Historiker Richard A.
Sauers räumt mit vielen weit verbreiteten Mythen über die Kontroverse auf, indem er die Beweise im Detail untersucht. In dieser faszinierenden Analyse hebt er hervor, dass Kämpfe immer durch persönliche Konflikte und menschliche Schwächen der militärischen Führer verkompliziert werden. Er zeigt auch, dass Verzerrungen, wie Sickles' Version von Gettysburg, von Historikern häufig als Tatsache akzeptiert und über Generationen hinweg wiederholt werden.
Sauers zeigt, dass Sickles' ungerechte Manipulationen Meades Ruf noch Jahre nach dem Krieg schadeten.