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Violence as Usual: Policing and the Colonial State in German Southwest Africa
Ohrfeigen, Tritte, Schläge und andere Formen alltäglicher Gewalt gehörten zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts zum Alltag in Deutsch-Südwestafrika. Jahrhunderts zum Alltag in Deutsch-Südwestafrika.
Indem sie diese Kultur der normalisierten Gewalt in einer Siedlerkolonie aufdeckt, enthüllt Violence as Usual die Funktionsweise eines mächtigen Staates, der auf improvisierte Weise von niederen Staatsvertretern aufgebaut wurde. Marie A. Muschaleks faszinierende Darstellung der täglichen Taten afrikanischer und deutscher Männer, die in der Landespolizei genannten Kolonialpolizei dienten, ist eine historische Anthropologie der Polizeipraxis und der Normalisierung imperialer Macht.
Voller Anekdoten über alltägliche Erfahrungen sowohl der Polizisten als auch der Kolonisierten und der Siedler stellt Violence as Usual grundlegende Fragen über das Verhältnis von Macht und Gewalt neu. Muschalek eröffnet uns eine neue Perspektive auf die Gewalt, die über das rein Zerstörerische und Instrumentelle hinausgeht.
Sie räumt auch mit der Vorstellung auf, dass moderne Staaten ausschließlich nach Modi rationalisierter Funktionalität funktionieren. Violence as Usual" bietet eine ungewöhnliche Einschätzung der Herrschaftsgeschichte im Siedlerkolonialismus und eine Alternative zu den vorherrschenden Erzählungen über einen angeblich schwachen Kolonialstaat.