Bewertung:

In „Guns, Guerillas, and the Great Leader: Nordkorea und die Dritte Welt“ legt Benjamin R. Young eine umfassende Analyse der Interaktionen Nordkoreas mit den Ländern der Dritten Welt während des Kalten Krieges vor. Er untersucht Schlüsselthemen wie den Export der Juche-Ideologie, die Unterstützung nationaler Befreiungsbewegungen und den innerkoreanischen Wettbewerb und stellt Nordkorea in einen breiteren historiografischen Kontext kleiner kommunistischer Staaten. Youngs Arbeit stellt herkömmliche Darstellungen in Frage, indem sie den Einfluss Nordkoreas in verschiedenen Regionen der Welt und seine Entwicklung vom Ideologieexport zum Schurkenstaat beleuchtet.
Vorteile:⬤ Gut geschrieben und gründlich recherchiert
⬤ bietet eine umfassende Perspektive auf die Beziehungen zu Nordkorea
⬤ bietet alternative Sichtweisen auf die Dynamik des Kalten Krieges
⬤ enthält eine ausführliche Analyse der nordkoreanischen Ideologie und des internationalen Engagements
⬤ richtet sich sowohl an Wissenschaftler als auch an allgemeine Leser.
Einige Leser könnten den Schwerpunkt zu sehr auf eine Nische legen; die Komplexität des Themas könnte für diejenigen, die mit der Geschichte des Kalten Krieges oder der nordkoreanischen Politik nicht vertraut sind, eine Herausforderung darstellen.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
Guns, Guerillas, and the Great Leader: North Korea and the Third World
Nordkorea war nicht nur eine isolierte Nation und ein Pariastaat in der internationalen Gemeinschaft, sondern übte in der Zeit des Kalten Krieges auch erheblichen Einfluss auf die Länder der Dritten Welt aus.
Mit einem Fuß in der sozialistischen Zweiten Welt und dem anderen in der antikolonialen Dritten Welt nahm Nordkorea eine einzigartige Position als postkoloniale Nation und sowjetischer Klientelstaat ein und entsandte Berater zur Unterstützung afrikanischer Befreiungsbewegungen, bildete antiimperialistische Guerillakämpfer aus und führte Bauprojekte in Entwicklungsländern durch. Die staatliche Medienberichterstattung über die Ereignisse in der Dritten Welt prägte die Weltsicht vieler Nordkoreaner und half ihnen, sich eine einheitliche antiimperialistische Front vorzustellen, die von den Boulevards in Pjöngjang bis zu den Straßen des Gazastreifens und den Stränden Kubas reichte.
Dieses Buch erzählt die Geschichte des Wandels Nordkoreas in der Dritten Welt von einem vorbildlichen Entwicklungsstaat zu einer rücksichtslosen Terrornation und wie die Aktionen Pjöngjangs sowohl in der Dritten Welt als auch auf der koreanischen Halbinsel letztlich den außenpolitischen Zielen des Regimes der Familie Kim zuwiderliefen. Auf der Grundlage multinationaler und archivübergreifender Recherchen untersucht dieses Buch die Überschneidungen zwischen Nordkoreas Innen- und Außenpolitik und die Art und Weise, wie Nordkoreas Entwicklungsmodell auf die sich entkolonialisierende Welt wirkte.