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Ordinary Lives in the Early Caribbean: Religion, Colonial Competition, and the Politics of Profit
Kristen Block untersucht die verwickelte Geschichte Spaniens und Englands in der Karibik während des langen siebzehnten Jahrhunderts und konzentriert sich dabei auf die beiden Hauptziele des Kolonialismus: das Streben nach Profit und den Ruf nach christlicher Dominanz.
Anhand der Geschichten gewöhnlicher Menschen veranschaulicht Block, wie die Auseinandersetzung mit der mächtigen Rhetorik und den Ritualen des Christentums für das Überleben entscheidend war. Isobel Criolla war eine entlaufene Sklavin in Cartagena, die sich erfolgreich beim spanischen Gouverneur dafür einsetzte, dass sie nicht an ihre misshandelnde Herrin zurückgegeben wurde. Nicolas Burundel war ein französischer Calvinist, der als Gefolgsmann des spanischen Gouverneurs von Jamaika diente, bevor er von der Inquisition wegen Ketzerei verhaftet wurde. Henry Whistler war ein englischer Seemann, der im Rahmen von Oliver Cromwells Plan für einen heiligen Krieg gegen das katholische Spanien in die Karibik geschickt wurde. Yaff und Nell waren Sklaven, die dem Quäker Lewis Morris, einem Plantagenbesitzer auf Barbados, dienten. Aus ihrer Perspektive vor Ort wird die Entwicklung des modernen Kapitalismus, der Rasse und des Christentums als eine Geschichte von Verhandlungen, Kontingenz, Menschlichkeit und dem Streben nach Gemeinschaft dargestellt.
Gewöhnliche Leben in der frühen Karibik" ist sowohl vergleichend als auch integrativ auf die atlantische Welt ausgerichtet und stützt sich auf Archivquellen aus Spanien, England, Barbados, Kolumbien und den Vereinigten Staaten. Das Buch verschiebt die Grenzen dessen, wie Historiker das Schweigen in den Archiven lesen, und stellt schwierige Fragen darüber, wie Selbstzensur, Angst und Scham die historischen Aufzeichnungen geprägt haben. Das Buch ermutigt die Leser, ihr Konzept der Religionsgeschichte über den Fokus auf Theologie, Ideale und fromme Vorbilder hinaus zu erweitern und die gemeinschaftlichen Bemühungen von Piraten, Schmugglern, Sklaven und Abenteurern zu untersuchen, die gemeinsam die entstehende moralische Wirtschaft der Karibik prägten.