Bewertung:

Das Buch bietet eine kritische und gut recherchierte Perspektive auf Ghalib und bietet einen detaillierten historischen Kontext und eine Analyse seines Werks und Lebens. Während es Gelehrten und Liebhabern der Urdu-Literatur gefällt, wird es Gelegenheitslesern aufgrund seines technischen Charakters und seines begrenzten biografischen Inhalts nicht gefallen.
Vorteile:Frische Perspektive auf Ghalib, gut recherchiert, enthält historische Informationen, die man sonst nirgendwo findet, interessante Einblicke in den antiquarischen Handel mit seltenen Texten, spannend für Wissenschaftler und Literaturliebhaber.
Nachteile:Nicht für Laien oder Gelegenheitsleser geeignet, irreführender Titel, da es sich mehr auf Ghalibs Dichtung als auf sein Leben konzentriert, umfassende biografische Informationen fehlen und die Übersetzungen von Gedichten, die nicht im Original-Urdu vorliegen, trocken sein können.
(basierend auf 7 Leserbewertungen)
Ghalib: A Wilderness at My Doorstep: A Critical Biography
Mirza Asadullah Khan Ghalib wurde in den letzten Jahren des achtzehnten Jahrhunderts in Agra geboren. Als frühreifes Kind begann er schon früh mit dem Verfassen von Versen und erlangte bereits in jungen Jahren Anerkennung.
Er schrieb sowohl in Urdu als auch in Persisch und war auch ein großer Prosastilist. Er war ein sorgfältiger, sogar strenger Herausgeber seiner Werke, der lange vor seinen Altersgenossen mit dem Publizieren begann. Seine Vorliebe für schwierige, obskure Gedichte, die mit komplexen Metaphern gespickt sind, brachte eine einzigartige Kommentartradition hervor, die nicht über sein Werk hinausreichte.
Die Kommentare zu seinem aktuellen Urdu-Divan haben eine Reihe von kritischen Schriften hervorgebracht, die schließlich zur Entwicklung einer kritischen Sichtweise auf den klassischen Ghazal führten.
Das neunzehnte Jahrhundert war die Blütezeit des europäischen Kolonialismus. Der britische Kolonialismus in Indien veränderte die Art und Weise, wie Literatur produziert, verbreitet und konsumiert wurde, grundlegend.
Ghalib reagierte auf diese kulturelle Herausforderung mit einer lobenswerten Weitsicht. Seine Vorstellungskraft suchte die Auseinandersetzung mit einer größeren Gemeinschaft von Lesern. Sein bewusster Wechsel zur persischen Sprache zeigt, dass er seine Werke über politische und sprachliche Grenzen hinweg verbreiten wollte.
Ghalibs poetischer Werdegang beginnt mit Urdu, geht dann dazu über, fast ausschließlich auf Persisch zu komponieren, und schwenkt schließlich wieder zurück zu Urdu. Er ist fast so komplex wie seine Dichtung. Sein dichterisches Schaffen auf Persisch geht jedoch weit über das hinaus, was er auf Urdu geschrieben hat.
Noch wichtiger ist, dass er dem Persischen den Vorrang vor dem Urdu gab. Ghalibs Stimme stellt uns vor ein doppeltes Problem, ein sprachliches Paradoxon.
Diese maßgebliche kritische Biographie Ghalibs, die sein Leben, seine Werke und seine Philosophie untersucht, öffnet ein Fenster zu vielen Schattierungen Indiens und der kulturellen und literarischen Tradition des Subkontinents.