
Giovenale, >Satira: Introduzione, Testo, Traduzione E Commento
Es handelt sich um die einzige Satire Juvenals, die vollständig in dialogischer Form abgefasst ist: Sie inszeniert einen Dialog zwischen Nevulus (einem Kunden, der sich über die mangelnde wirtschaftliche Dankbarkeit seines Gönners beschwert, obwohl er ihm kräftige sexuelle Dienste geleistet hat) und einer anonymen Figur, die gewöhnlich als "Juvenal" identifiziert wird.
Letzterer, der auf die Rolle eines komischen "Handlangers" reduziert ist, hat nichts mehr von der bitteren Empörung der früheren Satiren und beschränkt sich darauf, die Äußerungen seines Gesprächspartners zu akzeptieren, ohne sie mit einem moralischen Kommentar zu begleiten. Der sehr bittere Dialog bringt den ironisch verzweifelten Blick des Satirikers auf die Gesellschaft seiner Zeit auf dem Höhepunkt des dritten Buches (Beginn der Herrschaft Hadrians) zum Ausdruck.
Im Mittelpunkt steht - wie schon in den Satiren 1, 3, 5, 7 - die Degradierung der Institution der "Klientel", die einst ehrenhaft war, nun aber auf dem Höhepunkt ihres Entfaltungsprozesses und ohne jede Möglichkeit der Erlösung steht: Gerade deshalb sind die an anderer Stelle verwendeten wütenden Proteste oder ausdrücklichen Verurteilungen nutzlos. Absoluter Pessimismus: Für Rom und seine berühmten Hügel, einst das Symbol einer tugendhaften Stadt und einer weltumspannenden Macht, gibt es keine Hoffnung mehr auf Rettung.