Bewertung:

Brenna Moore untersucht in ihrem Buch die reichhaltige Palette spiritueller Freundschaften unter katholischen Denkern in Paris zwischen 1920 und 1960 und hebt dabei die Verflechtung von Intimität, politischem Bewusstsein und zeitgenössischen sexuellen Identitäten in Freundschaften hervor. Die Autorin präsentiert einen erfrischenden Blick auf die Freundschaft, der über die traditionellen Theorien hinausgeht, die diese Dimensionen oft vernachlässigen.
Vorteile:Das Buch bietet eine einzigartige Perspektive auf spirituelle Intimität, die die Bedeutung von politischem Engagement anerkennt. Es geht einfühlsam auf zeitgenössische Sexualitäten ein und bezieht marginalisierte Identitäten mit ein. Der Text ist fesselnd und lädt zum Nachdenken über das Wesen der Freundschaft ein.
Nachteile:Das Buch könnte in erster Linie Leser ansprechen, die katholisches Gedankengut schätzen, und könnte Leser mit einem anderen theologischen Hintergrund abschrecken. Einige Leser könnten die Diskussionen über Sexualität und Freundschaft als komplex oder herausfordernd empfinden, besonders wenn sie an traditionellere Ansichten gewöhnt sind.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
Kindred Spirits: Friendship and Resistance at the Edges of Modern Catholicism
Kindred Spirits nimmt uns mit in ein bemerkenswertes Netzwerk von katholischen Historikern, Theologen, Dichtern und Aktivisten, die sich sowohl gegen den rechtsextremen Aufschwung im Europa der Zwischenkriegszeit als auch gegen die säkularisierenden Tendenzen der linken Bewegungen des frühen bis mittleren 20. Mit akribischer Aufmerksamkeit für die Komplexität des realen Lebens untersucht Brenna Moore, wie diese Gruppe nach einem Mittelweg suchte, der in "spiritueller Freundschaft" verankert war - einer religiös bedeutsamen Freundschaft, die als einzigartig fähig verstanden wurde, sich sozialen und politischen Herausforderungen zu stellen.
Für diese Gruppe war spirituelle Freundschaft untrennbar mit dem Widerstand gegen europäische Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus, mit antirassistischem Engagement in den Vereinigten Staaten und mit der Solidarität mit Muslimen während des Algerienkriegs verbunden. Freundschaft, so glaubten sie, sei ein Schlüssel zu den göttlichen und menschlichen Welten, ein Mittel, um Zugang zum Transzendenten zu finden und sich gleichzeitig mit unserer sozialen und politischen Existenz auseinanderzusetzen.
Einige dieser Persönlichkeiten sind noch immer bekannt - der Philosoph Jacques Maritain, die Nobelpreisträgerin Gabriela Mistral, der einflussreiche Islamwissenschaftler Louis Massignon, der Dichter der Harlem-Renaissance Claude McKay -, während andere zu Unrecht aus dem Gedächtnis verschwunden sind. Kindred Spirits ist viel mehr als ein idealisiertes Porträt einer bemerkenswerten Gruppe katholischer Intellektueller aus der Vergangenheit, sondern eine fesselnde Erkundung sowohl der Schönheit als auch der Schwächen eines lebendigen sozialen Netzwerks, das es wert ist, in Erinnerung zu bleiben.