Bewertung:

Das Buch bietet eine Mischung aus provokanten Spekulationen und empirischen Analysen zu sozialen Bewegungen und globalen Dynamiken, wobei der Schwerpunkt auf dem Widerstand gegen den Neoliberalismus und den Klimawandel sowie auf den Auswirkungen des Rechtspopulismus liegt.
Vorteile:Die Beiträge von Chase-Dunn und Almeida bieten wertvolle Einblicke, wobei Almeida die transnationale Natur von Bewegungen dokumentiert und Chase-Dunn provokante Theorien über die Vorgeschichte und die Rolle der Religion in sozialen Bewegungen anbietet. Die vergleichende evolutionäre Weltsystemperspektive des Buches wird dafür gelobt, dass sie zu neuen Erkenntnissen über zeitgenössische Themen führt.
Nachteile:Einige Kapitel erfordern kühne Sprünge über die verfügbaren Daten hinaus, was nicht bei allen Lesern gut ankommen mag. Chase-Dunns spekulative Analysen sind zwar faszinierend, doch fehlt es in einigen Bereichen an solider empirischer Untermauerung.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
Global Struggles and Social Change: From Prehistory to World Revolution in the Twenty-First Century
In den ersten Jahrzehnten des einundzwanzigsten Jahrhunderts hat sich weltweit eine internationale Bewegung zur Verlangsamung des Klimawandels gebildet. Die selbsternannte Bewegung für Klimagerechtigkeit drängt auf sofortige Maßnahmen zur Verringerung der Kohlenstoffemissionen und fordert die Verabschiedung mutiger neuer politischer Maßnahmen zur Bekämpfung der globalen Erwärmung, bevor irreversible und katastrophale Schäden die Bewohnbarkeit des Planeten bedrohen. An einer anderen Front haben sich seit den 1980er Jahren weltweit mehrere Wellen des Widerstands gegen den ungleichen Übergang von der staatlich gelenkten Entwicklung zum neoliberalen Globalisierungsprojekt formiert. Sowohl die Bewegung für Klimagerechtigkeit als auch die Anti-Austeritäts-Bewegung stehen für die Dringlichkeit zu verstehen, wie sich der globale Wandel auf die Fähigkeit der Bürger auf der ganzen Welt auswirkt, sich zu mobilisieren und sich vor der Erwärmung des Planeten und dem Verlust des in früheren Epochen gewährten sozialen Schutzes zu schützen.
In Global Struggles and Social Change untersuchen Christopher Chase-Dunn und Paul Almeida, wie der globale Wandel die Entstehung und Form solcher Bewegungen fördert. Die Autoren gehen davon aus, dass groß angelegte wirtschaftliche Veränderungen das Muster der Mobilisierung sozialer Bewegungen auf der ganzen Welt bestimmen. Sie verfolgen diese Trends bis in vormoderne Gesellschaften zurück und zeigen, wie schwere Störungen indigener Gemeinschaften im Laufe der Geschichte zu innovativen kollektiven Aktionen führten. Anhand historischer Fallstudien, der Analyse von Weltsystemen und Protestereignissen sowie sozialer Netzwerke untersuchen sie auch den Einfluss globaler Veränderungsprozesse auf lokale, nationale und transnationale soziale Bewegungen und erklären, wie diese Bewegungen ihrerseits institutionelle Verschiebungen beeinflussen.
Das Buch behandelt brisante Themen wie die globale Erwärmung, Proteste gegen die Rechte von Einwanderern, den Aufstieg des Rechtspopulismus und die Finanzkrise von 2008, untersucht aber auch ein breites Spektrum vormoderner sozialer Bewegungen von indigenen Völkern in Amerika, Mesopotamien und China. Besonderes Augenmerk legen die Autoren auf Zeiten der Zerrüttung und äußeren Bedrohungen sowie auf die Rolle von Eliten, Emotionen, Charisma und Religion oder Spiritualität bei der Entstehung von Protestbewegungen. Global Struggles and Social Change bietet einen umfassenden Überblick und ist ideal für Studenten und alle, die sich für Globalisierung, internationale und vergleichende Politik, politische Soziologie und Kommunikationswissenschaften interessieren.