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Translating Happiness
Wie die Einbeziehung unübersetzbarer Begriffe für Wohlbefinden - vom finnischen sisu bis zum jiddischen mensch - unser emotionales Verständnis und Erleben bereichern kann.
Die westliche Psychologie ist in den Philosophien und Erkenntnistheorien der westlichen Kultur verwurzelt. Aber was ist mit Konzepten und Erkenntnissen, die außerhalb dieses Bezugsrahmens liegen? Bestimmte Begriffe, die sich nicht ohne Weiteres ins Englische übersetzen lassen - zum Beispiel nirvāṇa (aus dem Sanskrit), ag pē (aus dem klassischen Griechisch) oder turangawaewae (aus dem Māori) - sind reich an Bedeutung, aber für englischsprachige Studenten und Suchende nach Wohlbefinden weitgehend unzugänglich. In diesem Buch argumentiert Tim Lomas, dass die Beschäftigung mit "unübersetzbaren" Begriffen im Zusammenhang mit dem Wohlbefinden nicht nur unser Verständnis, sondern auch unsere Erfahrung bereichern kann. Lomas schlägt vor, dass wir diese Wörter verwenden können, um Gefühle und Erfahrungen zu verstehen und auszudrücken, die zuvor unaussprechlich waren.
Lomas untersucht 400 Wörter aus 80 Sprachen, ordnet sie thematisch an und entwickelt einen theoretischen Rahmen, der die verschiedenen Dimensionen des Wohlbefindens beleuchtet und die Verbindungen zwischen ihnen nachzeichnet. Er identifiziert drei grundlegende Dimensionen des Wohlbefindens - Gefühle, Beziehungen und persönliche Entwicklung - und untersucht dann jede einzelne anhand von unübersetzbaren Wörtern. nanda zum Beispiel, das normalerweise mit Glückseligkeit übersetzt wird, kann in buddhistischen und hinduistischen Kontexten spirituelle Assoziationen hervorrufen; kefi im Griechischen drückt einen intensiven emotionalen Zustand aus, der oft durch Alkohol noch verstärkt wird. Der japanische Begriff koi no yokan bedeutet eine Vorahnung oder Ahnung von Liebe und beschreibt das schwer fassbare und schwindelerregende Gefühl, sich in jemanden zu verlieben, das von Melancholie und Ungewissheit durchdrungen ist; der jiddische Begriff mensch wurde von seinen jüdischen und religiösen Konnotationen entlehnt, um einen rundum guten Menschen zu beschreiben; und das Finnische bietet sisu - innere Entschlossenheit im Angesicht von Widrigkeiten.
Die Erweiterung des Lexikons des Wohlbefindens auf diese Weise zeigt den Reichtum der kulturellen Vielfalt und erinnert uns gleichzeitig mit Nachdruck an unsere gemeinsame Menschlichkeit. Auf der Website von Lomas, www.drtimlomas.com/lexicography, können interessierte Leser ihre eigenen Worte und Interpretationen beisteuern.