
Gongs and Pop Songs: Sounding Minangkabau in Indonesia
Die Forschung über die Musiktraditionen Indonesiens hat sich lange Zeit auf Praktiken aus Java und Bali konzentriert, einschließlich der berühmten Gamelan-Traditionen, und dabei die große Vielfalt anderer Musikformen innerhalb des Archipels vernachlässigt. Jennifer A. Fraser wirkt dieser Tendenz entgegen, indem sie eine wenig bekannte Gongtradition aus Sumatra namens Talempong erforscht, die lange Zeit mit Menschen in Verbindung gebracht wurde, die sich selbst als Minangkabau bezeichnen.
Auf der Grundlage reichhaltiger ethnografischer Daten und ergänzt durch audiovisuelles Online-Material ist "Gongs and Pop Songs" die erste Studie, die die Geschichte und Vielfalt der Talempong-Stile aufzeichnet. Sie zeigt die anhaltende Vitalität älterer Stile in ländlichen Gemeinden im 21. Jahrhundert, während sie gleichzeitig das Aufkommen neuerer Stile mit radikal anderen ästhetischen Rahmen und Werten nachzeichnet. Jeder der besprochenen Talempong-Stilen nimmt Minangkabau-Pop oder indigene Lieder in sein Repertoire auf, die beide einen starken Bezug zu Ort und Volk haben. Diese zeitgenössischen Entwicklungen des Talempong fanden vor einem sich wandelnden politischen, sozialen und wirtschaftlichen Hintergrund statt: die Institutionalisierung der indigenen Künste, eine gescheiterte regionale Rebellion und der Druck der freien Marktwirtschaft.
Fraser wählt einen kognitiven Ansatz zur Ethnizität und fragt, wie sich die Menschen durch talempong als Minangkabau verstehen und wie die verschiedenen Stile des Genres dazu beitragen, ethnische Gefühle zu erzeugen und zu artikulieren - das heißt, wie sie den Menschen helfen, minangkabau zu klingen.