Bewertung:

Der Roman „God's Liar“ von Thom Satterlee erforscht die Folgen historischer Loyalitäten während einer turbulenten Zeit, wobei fiktive und reale historische Charaktere miteinander verwoben werden. Er regt den Leser dazu an, über seine eigenen Überzeugungen nachzudenken und darüber, wie diese seine täglichen Entscheidungen beeinflussen.
Vorteile:Das Buch nutzt effektiv die Technik des „Zeigens, nicht Erzählens“ und setzt das historische Präsens geschickt ein, was den Erzählfluss verbessert. Die Geschichte ist fesselnd und regt zur Selbstreflexion über persönliche Überzeugungen an.
Nachteile:Manche Leser werden den historischen Kontext als kompliziert empfinden und benötigen ein gewisses Maß an Vertrautheit mit der damaligen Zeit, um die Geschichte vollständig zu verstehen.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
God's Liar
Wir schreiben das Jahr 1665. England befindet sich mitten in der Restauration, und John Milton, ein blinder, politisch und religiös ausgegrenzter Schriftsteller, der mit Oliver Cromwells gescheitertem Versuch, eine Republik zu gründen, in Verbindung gebracht wird, hat Paradise Lost noch nicht veröffentlicht. Als eine der schlimmsten Seuchen der Geschichte über London hereinbricht, sind er und seine viel jüngere Frau gezwungen, aufs Land zu fliehen.
Dort freundet sich Milton mit dem örtlichen Pfarrer Theodore Wesson an, der nichts von Miltons umstrittener Vergangenheit oder den Gefahren einer Zusammenarbeit mit ihm weiß. Schon bald sind ihre Schicksale miteinander verwoben, als die Aufstiegshoffnungen des Pfarrers durch seine Beziehung zu dem berüchtigten Verräter und „Königsmörder“ John Milton gefährdet werden.
Die Situation stellt Wessons Loyalität auf die Probe - zur Monarchie, zur Freundschaft, zur kirchlichen Karriere - und verkompliziert gleichzeitig seine ohnehin schon verschwommene Vorstellung von Gottes Eingreifen in menschliche Angelegenheiten. Für Milton ist der Preis möglicherweise sogar noch höher: Er ist seit der Wiederherstellung der Monarchie fünf Jahre zuvor Ziel von Mordanschlägen und hat echten Grund, um sein Leben zu fürchten.
Thom Satterlees Gottes Lügner ist ein fesselnder und temporeicher Roman, der den Leser an einen ganz besonderen Ort und in eine ganz besondere Zeit versetzt, während seine Themen auch in unserer Zeit nachhallen. Er wird seinen Platz neben so unterschiedlichen Werken wie Hilary Mantels Wolf Hall und Colm Toibins Der Meister einnehmen.