Bewertung:

Dichter's Buch „Gottes Pferd und die Atheistenschule“ ist ein ergreifender Erinnerungsbericht über seine Erfahrungen als jüdisches Kind in Polen während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Erzählung bietet eine einzigartige Perspektive auf das Überleben und das Erwachsenwerden inmitten der Schrecken des Krieges und verbindet persönliche Erinnerungen mit historischem Kontext. Die Rezensenten loben die emotionale Tiefe und die ungewöhnliche Erzählweise, aber es gibt auch Bedenken wegen der Einfachheit und des Schwerpunkts, den manche in der traditionellen Komplexität der Erzählung vermissen könnten.
Vorteile:⬤ Emotionale und kraftvolle Erzählung.
⬤ Einzigartige Perspektive eines Kindes während des Holocausts und der Nachkriegszeit.
⬤ Einfacher, aber eindringlicher Schreibstil, der die Unschuld der Kindheit inmitten des Grauens vermittelt.
⬤ Reich an Einsichten, die in anderen Werken über den Zweiten Weltkrieg nicht zu finden sind.
⬤ Beleuchtet das tägliche Leben der einfachen Leute in historischen Zusammenhängen.
⬤ Der Schreibstil ist sehr einfach, was manche Leser als zu simpel empfinden könnten.
⬤ Die Erzählung folgt möglicherweise nicht den konventionellen Handlungsbögen, so dass sich manche Leser mehr Komplexität wünschen.
⬤ Einige Details werden eher angedeutet als explizit genannt, was bei Personen, die mit dem Kontext nicht vertraut sind, zu Verwirrung führen könnte.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
God's Horse and the Atheists' School
Wilhelm Dichters autobiografische Romane God's Horse und The Atheists' School wurden zum ersten Mal ins Englische übersetzt und werden hier in einem einzigen Band präsentiert. Aus der allmählich reifenden Perspektive des Erzählers, eines polnisch-jüdischen Jugendlichen, erzählen sie die erschütternde Geschichte des Überlebenskampfes seiner Familie während des Holocausts und ihres privilegierten Lebens nach dem Holocaust als Mitglieder der politischen Elite Polens.
God's Horse schildert die plötzliche Umkehrung des Opferstatus, als das versteckte jüdische Kind in der Nachkriegszeit dank seines Stiefvaters, eines jüdischen Aufsteigers im kommunistischen Regime, zu einem kleinen roten Prinzen wurde. Die Schule der Atheisten, die Fortsetzung, folgt dem Erzähler durch die Jahre des hohen Stalinismus bis ins junge Erwachsenenalter und schildert die Spannungen zwischen engagierten jüdischen Kommunisten, von denen sich einige der Elite anschließen, und Juden, die überzeugt sind, dass die Juden in Polen unweigerlich wieder zu Opfern werden. In knapper, präziser Prosa lässt Dichter die Spannungen zwischen Ideologen und Pragmatikern, polnischen Patrioten und ihren sowjetischen Herren lebendig werden.
Diese stimmungsvollen Romane liefern auch ein psychologisch überzeugendes und zutiefst bewegendes Porträt des Erzählers. Das Alter Ego des Autors, das von seiner standhaften und übermäßig nachsichtigen Mutter unterstützt wird, besitzt die Hartnäckigkeit, sich von einem unbeholfenen, traumatisierten Kind, das überlebt hat, in einen verunsicherten, aber schließlich unabhängig denkenden jungen Mann zu verwandeln.