
Entering God's Kingdom (Not) Like A Little Child
Was bedeutete es im Altertum, „wie ein Kind“ zu sein? Wie nutzten frühe Christusanhänger einen kindlichen Zustand, um konkrete Qualifikationen für das Reich Gottes zu formulieren? Viele Menschen romantisieren heute die Aufnahme kleiner Kinder durch Jesus vor dem Hintergrund der antiken Welt oder projizieren moderne christliche Vorstellungen von Kindern auf biblische Texte.
Dieses Buch wendet sich gegen einen solchen christlichen Sonderweg in der Geschichte und untersucht, wie das Matthäusevangelium, der erste Korintherbrief und das Thomasevangelium in ihrem jeweiligen soziokulturellen Umfeld Kinderfreundlichkeit mit dem Reich Gottes in Verbindung bringen. Das Buch untersucht diese drei Texte im Hinblick auf philosophisches, historisches und archäologisches Material über Kinder und Kindheit in der Antike und zeigt, dass die frühen Christusanhänger verschiedene Aspekte von Kindern nutzten, um sich ideale menschliche Eigenschaften oder Körperformen vorzustellen.
Das Buch lenkt die Aufmerksamkeit des modernen Lesers auf die intellektuelle Unfähigkeit, die Asexualität und die soziopolitische Nützlichkeit von Kindern im intellektuellen Denken und in der Alltagspraxis der Antike und wirft ein neues Licht auf die reichen und vielfältigen theologischen Visionen, die die frühen Christusanhänger mit Hilfe von Kinderbildern verfolgten.