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Divine Enjoyment: A Theology of Passion and Exuberance
Die theologische und philosophische Konstruktion eines Gottes des Genusses in diesem Buch stellt die göttliche Liebe auf poetische Weise neu dar. Die affektiven Töne dieses Buches stellen einen leidenschaftlichen Gott dar, der sich mit dem Kosmos vermischt, um aus Liebe zu leiden und sich zu sehnen - sogar aus unangemessener Liebe - und stellen damit eine Kritik am aristotelischen unbewegten Beweger dar, dessen intellektueller Genuss in sich selbst geschlossen ist.
Der göttliche Genuss führt den Leser auf einen Weg des Exzesses, zunächst in Form eines intellektuellen Appetits, der Gott für Aquin jenseits des göttlichen Selbst verortet, dann erotischer in der Silhouette eines Liebhabers, dessen Liebe wie der köstliche Schmerz der Mystiker ist. Am Ende des Buches, das mit Festmahl, Fiesta und Karneval endet, wird Gottes Affekt deterritorialisiert, indem ein weitläufiger, gastfreundlicher Genuss konzipiert wird, der sich aus vielen Lebensformen ergibt.
Mit einer erneuerten Begrüßung des Vergnügens vertritt das Buch auch eine störende Ethik. Letztlich bietet ein maßloser Gott der Liebe, dessen leidenschaftlicher Genuss sowohl aus den Leiden als auch aus den Freuden des Kosmos stammt, ein anderes Paradigma des liebevollen Genießens in Beziehung zum leidenschaftlichen Werden, das zu vielen anderen gehört.