Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 2 Stimmen.
Graphic Satire in the Soviet Union: Krokodil's Political Cartoons
Nach dem Tod Josef Stalins erlebte das Russland der Sowjetzeit aufgrund der gelockerten Zensur und des neuen Wirtschaftswachstums eine blühende künstlerische Bewegung. In dieser neuen Atmosphäre der Freiheit erlebte die russische Satirezeitschrift Krokodil (Das Krokodil) eine Verjüngungskur. John Etty erforscht die sowjetische Satire anhand von Krokodil und ihren politischen Karikaturen. Er untersucht die Formen, die Produktion, den Konsum und die Funktionen von Krokodil und konzentriert sich dabei auf die Zeit von 1954 bis 1964.
Krokodil blieb die dienstälteste und wichtigste satirische Zeitschrift in der Sowjetunion, die über siebzig Jahre lang als einzige staatlich sanktionierte grafische Satire zu sowjetischen und internationalen Angelegenheiten produzierte. Ettys Analyse von Krokodil erweitert und vertieft unser Verständnis der sowjetischen Grafiksatire über die staatlich geförderte Propaganda hinaus.
Die meiste Zeit ihres Bestehens bestand Krokodil aus einer sechzehnseitigen satirischen Zeitschrift mit einer Reihe von Karikaturen, Fotos und verbalen Texten. Sie wurde von professionellen und nichtprofessionellen Autoren verfasst und von der Prawda in Moskau herausgegeben. Seit 1922 wurden darin staatlich sanktionierte satirische Kommentare zu sowjetischen und internationalen Angelegenheiten veröffentlicht. Sowjetbürger und Wissenschaftler der UdSSR erkannten Krokodil als die bedeutendste und einflussreichste Quelle der sowjetischen Satire an. In der Tat genoss die Zeitschrift internationales Ansehen, und viele Amerikaner und Westeuropäer, unabhängig von ihrer politischen Zugehörigkeit, fanden die Bilder pointiert und witzig. Erstaunlicherweise hat die Zeitschrift die UdSSR überlebt, wurde aber bis jetzt von der Wissenschaft kaum beachtet.