Grammatikalische Systeme ohne Sprachgrenzen

Grammatikalische Systeme ohne Sprachgrenzen (Heike Wiese)

Originaltitel:

Grammatical systems without language borders

Inhalt des Buches:

Die aktuelle Forschung im Bereich der grammatikalischen Analyse und der Soziolinguistik weist auf zwei zentrale Merkmale der Sprache hin, die auf den ersten Blick unvereinbar scheinen: (1) Die Forschung zur sprachlichen Struktur weist auf die interne Organisation und Kohärenz sowie auf die Funktionsweise und die Interaktionen verschiedener grammatikalischer Systeme hin, aber (2) die soziolinguistische Forschung legt nahe, dass Sprachgrenzen und gebundene „Sprachen“ kontrafaktische soziale Konstrukte sind, die die Vielfalt und Fluidität des tatsächlichen Sprachgebrauchs nicht erfassen können. Dies scheint so etwas wie ein „quantenlinguistisches“ Paradoxon zu sein: Sprachsysteme sind nicht real (sie sind nur ideologische Konstruktionen), aber gleichzeitig spiegeln sie die tatsächliche Struktur wider.

Dieses Buch zeigt, wie dieses Paradoxon durch eine Architektur aufgelöst werden kann, die grammatische Systeme zulässt, ohne Sprachgrenzen vorauszusetzen: Diese Architektur stellt kommunikative Situationen und nicht Sprachen in den Mittelpunkt der linguistischen Systematik, während benannte Sprachen als optionale soziolinguistische Indizes erfasst werden. Der Ansatz baut auf den Erkenntnissen der „freilaufenden“ Sprache auf, einer Metapher für Sprache in Umgebungen, die weniger durch monoglossische Ideologien eingeschränkt sind.

Die Autorin untersucht vier verschiedene Arten von Umgebungen: urbane Märkte, Umgebungen mit traditionellen Sprachen, multiethnische Peer-Groups von Jugendlichen und digitale soziale Medien. Die zentralen Lehren, die man aus solchen freien Sprachsituationen ziehen kann, sind: (1) kommunikative Situationen unterstützen die sprachliche Differenzierung und können daher die Grundlage für fließende Register sein; (2) grammatikalische Systematik ist in kommunikativen Situationen begründet und erfordert keine gebundenen Sprachen und Sprachgrenzen; (3) benannte „Sprachen“ können als soziale Indizes entstehen, die Zugehörigkeit signalisieren, aber dies ist eine optionale, nicht eine notwendige Entwicklung.

Weitere Daten des Buches:

ISBN:9783985540877
Autor:
Verlag:
Sprache:Englisch
Einband:Hardcover

Kauf:

Derzeit verfügbar, auf Lager.

Ich kaufe es!

Weitere Bücher des Autors:

Grammatikalische Systeme ohne Sprachgrenzen - Grammatical systems without language borders
Die aktuelle Forschung im Bereich der grammatikalischen...
Grammatikalische Systeme ohne Sprachgrenzen - Grammatical systems without language borders

Die Werke des Autors wurden von folgenden Verlagen veröffentlicht: