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Frontiers in Social Movement Theory
Soziale Protestbewegungen wie die Bürgerrechtsbewegung und die Bewegung für die Rechte von Homosexuellen mobilisieren und erhalten sich auf eine Weise, die für Sozialwissenschaftler schon lange von Interesse ist. In diesem Buch stellen einige der renommiertesten Wissenschaftler auf dem Gebiet des kollektiven Handelns neue Theorien zu diesem Prozess vor und entwerfen eine reichhaltige und konzeptionell anspruchsvolle Sozialpsychologie sozialer Bewegungen, die über die derzeit verwendeten Theorien hinausgeht.
Das Buch enthält teils konkurrierende, teils ergänzende Paradigmen von Theoretikern aus den Bereichen Ressourcenmobilisierung, Konflikt, Feminismus und kollektives Handeln sowie von Sozialpsychologen und Komparatisten. Diese Autoren betrachten den Akteur einer sozialen Bewegung aus einer eher soziologischen Perspektive als die Anhänger der Rational-Choice-Theorie und analysieren, wie strukturelle und kulturelle Determinanten den Akteur beeinflussen und kollektives Handeln und sozialen Wandel fördern oder hemmen. Die Autoren stellen fest, dass die kollektiven Identitäten und das politische Bewusstsein von Akteuren sozialer Bewegungen wesentlich durch ihre Ethnie, ihre Klasse, ihr Geschlecht oder ihre Religion geprägt sind.
Die soziale Struktur - mit ihren ungleichen Ressourcen und Möglichkeiten - trägt dazu bei, die Art der Beschwerden, die Ressourcen und die Organisationsebenen zu bestimmen. Das Buch unterscheidet nicht nur die Mobilisierungsprozesse von Konsensbewegungen von denen von Konfliktbewegungen, sondern hilft auch, die Zusammenhänge zwischen sozialen Bewegungen, dem Staat und gesellschaftlichen Veränderungen zu erklären.