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Borders of Islam: Exploring Samuel Huntington's Faultlines, from Al-Andalus to Virtual Ummah
In seinem bahnbrechenden Werk The Clash of Civilizations behauptete der Harvard-Professor Samuel P. Huntington, dass Konflikte zwischen kulturellen Blöcken oder Zivilisationen die Zukunft beherrschen werden.
Noch umstrittener ist seine Vorhersage, dass künftige Konflikte an den Grenzen zwischen der westlichen und der islamischen Zivilisation stattfinden werden. Die Aussagen von Osama Bin-Laden scheinen seine Ansichten zu bestätigen: Diese Schlacht findet nicht zwischen al-Qaida und den USA statt", sagte er im Oktober 2001. Dies ist ein Kampf der Muslime gegen die globalen Kreuzfahrer".
Diese speziell in Auftrag gegebene Reihe von Aufsätzen setzt sich kritisch mit den Grenzzonen der islamischen Zivilisation auseinander, seien sie nun geografisch, kulturell oder virtuell. Die Autoren untersuchen die lokalen Dynamiken in diesen Zonen, um zu prüfen, ob sie Huntingdons These einer sich abzeichnenden globalen Konfrontation zwischen der islamischen Zivilisation und ihren Nachbarn, seien sie nun christlich, hinduistisch, buddhistisch oder gottlos, unterstützen oder widersprechen.
Zu den diskutierten Grenzen gehören solche, in denen Muslime die Mehrheit bilden (Afghanistan, Bosnien, Tschetschenien, Äthiopien, Indonesien, Somalia, Pakistan, Türkei), solche mit sehr großen muslimischen Minderheiten (Philippinen, Nigeria, Indien) und solche, in denen neue Bruchlinien entstanden sind, entweder durch Migration (Frankreich, Vereinigtes Königreich, Vereinigte Staaten, Spanien) oder durch Technologie (Internet). Ein roter Faden, der sich durch das Buch zieht, ist die Frage, ob der Aufstieg des internationalen salafistischen Dschihadismus auf Länder an der Bruchlinie zwischen dem Islam und der nichtislamischen Welt zurückgeführt werden kann.
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass viele der Grenzregionen der islamischen Zivilisation durch weitaus komplexere Mechanismen beeinflusst werden als die, die in The Clash of Civilizations hervorgehoben werden. Sie weisen darauf hin, dass Armut und institutionelles Versagen, die beide oft das Ergebnis von Kriegen sind, das religiöse Bewusstsein und die religiöse Praxis verstärken, dass sich die Auswirkungen dieser Phänomene jedoch von denen unterscheiden, die Huntington vermutet.