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Borderland Capitalism: Turkestan Produce, Qing Silver, and the Birth of an Eastern Market
Wissenschaftler haben lange darüber gerätselt, warum muslimische Grundbesitzer in Zentralasien, die so genannten Begs, dem Qing-Reich treu blieben, obwohl dessen politische Legitimität und militärische Macht regelmäßig in Frage gestellt wurden. Borderland Capitalism argumentiert, dass konvergierende Interessen sie zusammenhielten: Die lokale Qing-Verwaltung brauchte die türkischen Bettler, um Ressourcen zu erschließen und Militäreinnahmen zu erzielen, während die Bettler Zugang zum chinesischen Markt benötigten.
Anhand von mehrsprachigen Quellen und Archivmaterial zeigt Kwangmin Kim, wie sich die Bettler mit den Qing verbündeten, um ihr eigenes, plantagenähnliches Wirtschaftssystem zu stärken. Als Kontrolleure von Nahrungsmitteln, Handelsgütern und Humanressourcen hatten die Bettler die politische Macht, die Geschicke der Regierungen in der Region zu bestimmen.
Ihre politische Entscheidung, mit den Qing zusammenzuarbeiten, förderte die Ausweitung des aufkommenden internationalen Handels der Qing zur gleichen Zeit, als Europa den globalen Kapitalismus und Imperialismus entwickelte. Borderland Capitalism zeigt das Qing-Reich als ein typisch frühneuzeitliches Reich und weist den Weg zu einem neuen Verständnis des Aufstiegs einer globalen Wirtschaft.