
Britain's Second Embassy to China: Lord Amherst's 'Special Mission' to the Jiaqing Emperor in 1816
Die diplomatische Mission von Lord Amherst am Qing-Hof im Jahr 1816 war die zweite britische Botschaft in China. Die erste unter der Leitung von Lord Macartney im Jahr 1793 hatte ihre Ziele nicht erreicht.
Man ging davon aus, dass Amherst bessere Aussichten auf Erfolg hatte, doch die intensive diplomatische Begegnung, die seine Ankunft begleitete, endete schlecht. Amherst erschien nie vor dem Kaiser von Jiaqing und seine Botschaft wurde am Tag ihrer Ankunft aus Peking ausgewiesen. Historiker machen Amherst dafür verantwortlich, weil er sich zu sehr auf den Rat seines Zweiten Kommissars, Sir George Thomas Staunton, verlassen hatte, vor dem Kaiser keinen Kotau zu machen.
Eine eingehende Analyse der britischen Quellen zeigt, dass Amherst in der Frage des Kotauens gut informiert war und seine eigene Entscheidung traf, für die er die volle Verantwortung übernahm. Ein Erfolg war aufgrund der unüberbrückbaren Differenzen in der Herangehensweise immer unwahrscheinlich.
Chinas auswärtige Beziehungen basierten auf dem Tributsystem, das die Unterwerfung unter den Kaiser verlangte und damit alle ausländischen Gesandten und die von ihnen vertretenen Herrscher auf den Status von Vasallen zurückwarf, während die britische diplomatische Praxis auf Verhandlungen und die westfälischen Grundsätze der Gleichheit zwischen den Nationen ausgerichtet war. Das Scheitern der Amherst-Botschaft revidierte die britische Einschätzung Chinas und veranlasste einige Beobachter zu der Annahme, dass in Zukunft eher Gewalt als Diplomatie erforderlich sein könnte, um die britischen Ziele zu erreichen.
Der darauf folgende Opiumkrieg von 1840 schuf einen Präzedenzfall für ausländische Einmischung in China und führte zu einem Jahrhundert der "Demütigung". Dies spiegelt sich heute in Präsident Xi Jinpings Aufruf zur "nationalen Verjüngung" wider, um Chinas historischen Platz im Zentrum einer neuen, auf China ausgerichteten Weltordnung wiederherzustellen.