
Group Identity & Religious Individuality in Late Antiquity
Um die Vergangenheit zu verstehen, gruppieren wir Menschen notwendigerweise in Gruppen und gehen daher häufig davon aus, dass alle ihre Mitglieder die gleichen Eigenschaften haben. In diesem bahnbrechenden Band bringen Eric Rebillard und J rg R pke renommierte Wissenschaftler zusammen, um diese Norm in Frage zu stellen, indem sie versuchen, das Individuum wiederzuentdecken und die Dynamik zwischen Individuen und den Gruppen, denen sie angehören, zu untersuchen.
Anstatt religiöse Gruppen als Ausgangspunkt zu nehmen, befassen sich die Autoren in Group Identity and Religious Individuality in Late Antiquity mit den methodischen Herausforderungen, die mit einer Neuskalierung der Analyse auf der Ebene des Individuums verbunden sind. Insbesondere untersuchen sie die Spannung zwischen der Suche nach Belegen für Individuen und der Berücksichtigung von Individuen bei der Untersuchung von Belegen. Allzu oft wird das Fehlen direkter Belege für Einzelpersonen als Rechtfertigung dafür herangezogen, die Gruppe als Analyseeinheit zu betrachten.
Die Belege für das Gruppenleben können jedoch auch mit Blick auf den Einzelnen gelesen werden. Dabei wird deutlich, wie komplex das Zusammenspiel von Gruppenidentität und religiöser Individualität ist.
Zu den von diesen Autoren untersuchten Fragen gehören die komplexen Beziehungen zwischen institutionellen Religionen und religiösen Individuen, die Möglichkeit, Beweise für die individuelle Religiosität zu finden, und die Erforschung der Vielfalt von Rollen und Identitäten, die jedes Individuum kennzeichnet. Die Verlagerung der Aufmerksamkeit auf den Einzelnen stellt auch die Annahme von Gruppen in Frage und lädt zur Untersuchung des Gruppenbildungsprozesses ein.
Das Ergebnis ist ein Bild, das Raum für eine dynamische Spannung zwischen Gruppenidentität und religiöser Individualität bietet.