
Gustave Caillebotte as Worker, Collector, Painter
Gustave Caillebotte war mehr als ein Maler: Er sammelte Briefmarken, entwarf und fuhr Jachten, züchtete seltene Orchideen, sammelte Meisterwerke des Impressionismus und organisierte Impressionisten-Ausstellungen. Gustave Caillebotte als Arbeiter, Sammler und Maler präsentiert die erste umfassende Darstellung von Caillebottes Leidenschaften und Errungenschaften und zeigt zum ersten Mal deren tiefgreifenden Einfluss auf seine Kunst.
Während frühere Studien Caillebottes Interesse an den Arbeitern untersuchten, entwickelt dieses Buch frühere Ansätze weiter, indem es Caillebottes Werk auf seine eigene Art und Weise ausgräbt, um zu verstehen, was es für ihn bedeutete. Caillebotte wurde in ein großbürgerliches Milieu hineingeboren, in dem er sich nie ganz wohl fühlte, und so lehnte er das Leben in müßigem Luxus ab, das ihm sein geerbter Reichtum ermöglichte. Stattdessen suchte er aktiv nach Gelegenheiten, um hart zu arbeiten, und studierte fleißig die Arbeit anderer. Caillebotte arbeitete zu einer Zeit, in der die Definitionen von Arbeit und Klasse neu geformt wurden, um den Bedürfnissen einer neuen und zerbrechlichen Republik gerecht zu werden, und er profitierte von ihrer Formbarkeit, um ein neues Selbstverständnis zu entwickeln und sich seinen eigenen Platz in der Welt zu schaffen. Gustave Caillebotte als Arbeiter, Sammler und Maler zu verstehen, wirft ein neues Licht auf diesen idiosynkratischen und innovativen Impressionisten.
Der so entstehende Caillebotte ist nuancierter, komplexer und faszinierender, als es die bisherige Forschung vermuten ließ, und bietet dem Leser eine neue Lesart der Arbeits-, Kunst- und Materialpraxis des Künstlers im weitesten Sinne. Infolgedessen stellt das Buch einen wichtigen Beitrag zur Kunstgeschichte des 19. Jahrhunderts, zu Studien über den Impressionismus und zur französischen Sozialgeschichte dar.