Bewertung:

Das Buch bietet eine detaillierte Analyse von Hans Urs von Balthasars Lektüre moderner russischer religiöser Denker und seiner theologischen Methoden. Während viele Rezensenten den fesselnden Inhalt, die herausragende Wissenschaftlichkeit und den bedeutenden Beitrag zum Fachgebiet loben, kritisieren andere die dichte Prosa, die obskure Terminologie und die akademische Selbstverliebtheit.
Vorteile:Fesselnder Inhalt und Analyse von Balthasars Lesegewohnheiten und theologischen Methoden.
Nachteile:Hervorragende Wissenschaft und gut strukturierte Argumente.
(basierend auf 8 Leserbewertungen)
Hans Urs Von Balthasar and the Critical Appropriation of Russian Religious Thought
In Hans Urs von Balthasar and the Critical Appropriation of Russian Religious Thought (Hans Urs von Balthasar und die kritische Aneignung des russischen religiösen Denkens) bietet Jennifer Newsome Martin die erste systematische Behandlung und Bewertung der komplexen Beziehung des Schweizer katholischen Theologen zur modernen spekulativen russischen Religionsphilosophie. Ihre konstruktive Analyse geht von Balthasars kritischer Rezeption von Wladimir Solowjew, Nikolai Berdjajew und Sergej Bulgakow im Hinblick auf theologische Ästhetik, Mythos, Eschatologie und trinitarischen Diskurs aus und untersucht, wie Balthasar sowohl die Möglichkeiten als auch die Grenzen der theologischen Aneignung beurteilt, insbesondere unter Berücksichtigung des Ausmaßes, in dem diese russischen Denker vom deutschen Idealismus und der Romantik beeinflusst wurden.
Martin argumentiert, dass Balthasars kreative Rezeption und Modulation des Denkens dieser russischen Philosophen auf eine breite spekulative Tendenz in seinem Werk hindeutet, die weitere Aufmerksamkeit verdient. In dieser Hinsicht wendet sich Martin bewusst gegen die vorherrschende Auffassung von Balthasar als einem grundlegend konservativen oder nostalgischen Denker. In ihrer Erörterung des Verhältnisses zwischen Tradition und theologischer Spekulation stützt sich Martin auch auf die wenig untersuchte Beziehung zwischen Balthasar und F.
W. J.
Schelling, zumal Schellings Form des Idealismus von den russischen Denkern weitergegeben wurde. Dabei stellt sie Balthasar überzeugend als ökumenischen, kreativ antinostalgischen Theologen dar, der für den Reichtum von Beiträgen aus außermagisteriellen und nichtkatholischen Quellen empfänglich ist.