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In dieser intimen Ethnografie versucht Raquel Romberg, die performative Bedeutung von Heilungsritualen und magischen Handlungen, ihren verkörperten Charakter und ihre Wirksamkeit bei der Veränderung des Zustands der Teilnehmer zu beleuchten, indem sie sich auf die sichtbaren, wenn auch meist obskuren Wege konzentriert, auf denen Heilungs- und Zauberrituale ablaufen. Die von Romberg aufgeworfenen Fragen ergeben sich unmittelbar aus der besonderen Pragmatik der puertoricanischen brujeria (Hexenheilung), die durch den Eklektizismus ihrer Rituale, den heterogenen Charakter ihrer Teilnehmer und die Heterodoxie ihrer moralischen Ökonomie geprägt ist.
Welche Rolle spielt, wenn überhaupt, der Glaube an Magie und Heilungsrituale? Wie fließen vergangene Diskurse über Besessenheit in die performative Erfahrung von Ritualen im Hier und Jetzt ein? Wo hört der Glaube auf, und wo beginnen die Erinnerungen an das Fleisch? Dies sind Fragen, über die Philosophen und Religionsanthropologen nachdenken, die jedoch aus einer ethnografischen Perspektive eine andere Bedeutung erhalten.
Dieses Buch ist ein wichtiger Beitrag zum kulturübergreifenden Verständnis unserer Fähigkeit, das Transzendente auf körperliche Weise zu erfahren. Es ist in einem anregenden, einfühlsamen Stil geschrieben und enthält theoretische Überlegungen zu Performance, Sinnen und Vorstellungskraft, die in Geschichten verwoben sind, welche die Dramatik und Menschlichkeit von Konsultationen hervorheben.