
Hegel's Anthropology: Life, Psyche, and Second Nature
Dieses Buch bietet eine kritische Analyse von Hegels Anthropologie, einer lange vernachlässigten Abhandlung über die Psyche oder „Seele“, die Hegels Philosophie der organischen Natur mit seiner Philosophie des subjektiven Geistes verbindet.
Allegra de Laurentiis erschließt diesen übersehenen Text neu und führt den Leser durch seine wesentlichen Argumente und Ideen. Sie zeigt, wie Hegel die „Sublimierung“ der natürlichen Bewegung konzipiert, zunächst als tierische Empfindung und dann als gefühlte Ahnung des Selbstseins, bis hin zur Schwelle des selbstreflexiven Denkens.
Sie erörtert die Anthropologie im Kontext von Hegels reifem Philosophiesystem (der Enzyklopädie) und legt dabei auch einige der wissenschaftlichen und philosophischen Quellen seiner Vorstellungen von unbewussten Zuständen, Psychosomatik, mentalen Pathologien, Fähigkeitsbildung, Memorieren, körperlicher Gewöhnung und den Selbstkonditionierungsfähigkeiten unserer Spezies offen. Diese Abhandlung über das Werden des Anthropos, so argumentiert sie, zeigt die Macht und die Grenzen von Hegels idealistischer „Philosophie des Realen“ auf, indem sie Phänomene wie die aufrechte Haltung, eine unterscheidende Hand und den Blick nach vorn mit der Entstehung des menschlichen Ichs oder den strukturellen Zerfall der sozialen Welt mit der Störung des individuellen Geistes verbindet. Dieses Buch ist ein bahnbrechender Beitrag zur Forschung über Hegel und die Philosophie des 19.
Jahrhunderts und zeigt, dass die Anthropologie für das Verständnis von Hegels Konzept des Geistes wesentlich ist, und zwar nicht nur in seiner Verbindung mit der Natur, sondern auch in seinen differenzierteren Realisierungen als objektiver und absoluter Geist. Künftige Forschungen zu diesem Thema werden sich auf de Laurentiis' innovative Studie stützen - und darauf aufbauen.