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Finding Home and Homeland: Jewish Youth and Zionism in the Aftermath of the Holocaust
Obwohl sie nur einen kleinen Teil aller Displaced Persons nach dem Zweiten Weltkrieg ausmachten, spielten die jüdischen Displaced Persons im Nachkriegseuropa eine zentrale Rolle auf der internationalen diplomatischen Bühne. Der überwältigende zionistische Enthusiasmus dieser Gruppe, insbesondere der großen Gruppe junger Erwachsener unter ihnen, war entscheidend für die diplomatischen Entscheidungen, die zur Gründung des Staates Israel so kurz nach dem Krieg führten. In Finding Home and Homeland untersucht Avinoam J. Patt die Bedeutung und Anziehungskraft des Zionismus für junge jüdische Displaced Persons und sucht nach den Gründen für seinen Erfolg unter den Überlebenden des Holocaust.
Patt vertritt die Auffassung, dass der Zionismus für junge Vertriebene nach dem Holocaust sehr erfolgreich eine positive Funktion erfüllte, da er ein sicheres Umfeld für Berufsausbildung, Bildung, Rehabilitation und ein Familiengefühl bot. Eine der wichtigsten Ausdrucksformen der zionistischen Zugehörigkeit überlebender jüdischer Jugendlicher nach dem Krieg war die Entscheidung, in Kibbuzim zu leben, die innerhalb von Displaced Persons Camps in Deutschland und Polen organisiert waren, oder sogar auf Anwesen ehemaliger Nazi-Führer. Im Sommer 1947 gab es in der amerikanischen Zone des besetzten Deutschlands fast 300 Kibbuzim mit über 15.000 Mitgliedern sowie 40 landwirtschaftliche Ausbildungssiedlungen (hakhsharot) mit über 3.000 Mitgliedern. Letztlich sollten diese jungen Menschen dem Staat Israel bei den 1948 ausgebrochenen Kämpfen zur Seite stehen. Patt argumentiert, dass es für viele der Jugendlichen, die sich den Kibbuzim der zionistischen Jugendbewegungen anschlossen und nach Israel reisten, die Suche nach einem neuen Zuhause war, die sie schließlich in ein neues Heimatland führte.
Finding Home and Homeland stützt sich auf bisher unerschlossene Quellen, die von jungen Holocaust-Überlebenden nach dem Krieg geschaffen wurden, und spiegelt so die Erfahrungen einer äußerst einfallsreichen, widerstandsfähigen und engagierten Gruppe wider, die sich leidenschaftlich für die Schaffung eines jüdischen Staates in Palästina einsetzte. Wissenschaftler aus den Bereichen Judaistik, europäische Geschichte und Israelstudien werden die neue Perspektive auf die Erfahrungen der jüdischen Displaced Persons zu schätzen wissen, die dieser bedeutende Band bietet.