Bewertung:

Das Buch bietet eine tiefgreifende Untersuchung von Hemingways Schreibstil und Themen und richtet sich in erster Linie an Fans und ernsthafte Studenten seines Werks. Während einige Rezensenten die Tiefe und die Einblicke loben, finden andere, dass es zu rechthaberisch und komplex ist, was Gelegenheitsleser möglicherweise abschreckt.
Vorteile:Tiefe Einblicke in Hemingways Kunst und Leben, neue Perspektiven auf seine Werke, insbesondere „Tod am Nachmittag“ und „Grüne Hügel Afrikas“, die für ernsthafte Literaturstudenten von unschätzbarem Wert sind, und eine starke Verbindung zu den Kämpfen eines Schriftstellers.
Nachteile:Etwas rechthaberisch und übermäßig komplex für Gelegenheitsleser, verwendet große Wörter und ungewohnte Begriffe, könnte von einem praktischeren und informativeren Ansatz profitieren, anstatt stark kritisch zu sein.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
Hemingway: So Far from Simple
Ernest Hemingway gilt seit langem als einer der wichtigsten und einflussreichsten Schriftsteller des zwanzigsten Jahrhunderts. Obwohl er zu Lebzeiten viele Auszeichnungen erhielt, darunter den Nobelpreis und den Pulitzer-Preis, wurde sein Werk auch stark kritisiert. Einige Kritiker waren der Meinung, seinen Figuren fehle es an Tiefe.
Andere, vor allem Feministinnen, bemängelten seine Betonung übermäßig maskuliner Themen wie Kriegsführung, Stierkampf und Jagd. Diese frische Neubewertung von Hemingways Karriere nimmt eine neue und andere Perspektive ein als die der traditionellen Hemingway-Kritiker. Der Autor stützt sich auf die postmodernen Schriften von Michel Foucault, Gilles Deleuze und Edward Said (der stark von Foucaults Denken beeinflusst wurde). Aus dieser Perspektive unterstreicht er Hemingways selbstbewusste Konzentration auf seine Karriere als Schriftsteller und die Art und Weise, wie er sich mit kritischen Reaktionen auf seine Werke auseinandersetzte. Er nimmt häufig Bezug auf Hemingways Korrespondenz, um wichtige Wendepunkte in Hemingways Karriere hervorzuheben, wendet sich gegen die frühe Tendenz, Hemingways Werke auf das "Biografische" zu reduzieren, und zeigt, wie Hemingways Innovationen aus einer Vielzahl von Faktoren resultierten, vor allem aus seiner Beschäftigung mit seiner literarischen Karriere. In den ersten Kapiteln wird Hemingways spezifischer Blick auf die literarische Moderne und ihre Auswirkungen auf sein Schreiben nachgezeichnet. In den späteren Kapiteln wird aufgezeigt, wie er seine frühere Zugehörigkeit ablehnte und einen eindeutigen "politischen" Standpunkt entwickelte - nicht zu verwechseln mit Parteizugehörigkeit oder politischen Slogans, sondern mit seinem eigenen individualistischen Standpunkt. Darüber hinaus widmet der Autor jenen Werken mehr Aufmerksamkeit als die meisten Kritiker, die bei ihrer Veröffentlichung weitgehend ignoriert oder abgewertet wurden, insbesondere Tod am Nachmittag und Jenseits des Flusses in die Bäume.
Diese durchdachte, tiefgründige Studie über den Werdegang einer literarischen Ikone des 20. Jahrhunderts zeigt, dass Hemingways Werk noch immer eine Menge zu bieten hat, das eine ernsthafte kritische Betrachtung verdient.