
Henry Daniel and the Rise of Middle English Medical Writing
Henry Daniel, medizinischer Schriftsteller, Dominikanermönch und Zeitgenosse Chaucers aus dem 14. Jahrhundert, ist eine der am meisten vernachlässigten Persönlichkeiten, denen wir einen beträchtlichen Bestand an erhaltenen Werken in Mittelenglisch zuschreiben können. Sein Liber Uricrisiarum, der früheste bekannte medizinische Text in Mittelenglisch, fasst maßgebliche Traditionen zu einer neuen diagnostischen Enzyklopädie zusammen, die sich durch ihren stilistischen Schwung und ihren intellektuellen Umfang auszeichnet.
Dieser Band untersucht Daniels umfangreiches Werk und zeigt seine Bedeutung für viele wissenschaftliche Diskussionen, darunter auch für die Geschichte der spätmittelalterlichen Medizin, auf. Er erklärt den Hintergrund von Daniels uroskopischem und pflanzlichem Werk, beschreibt alle bekannten Versionen des Liber Uricrisiarum und zeichnet die Überarbeitungen im Laufe der Zeit nach, analysiert Daniels Darstellungen seiner eigenen medizinischen Praxis und zeigt seinen Einfluss auf spätere medizinische und literarische Autoren.
Diese Sammlung ist sowohl ein Begleitband zur kürzlich erschienenen Leseausgabe des Liber Uricrisiarum als auch ein eigenständiges wissenschaftliches Werk, das ein breiteres Verständnis von Daniels Texten fördert und zu neuen Erkenntnissen über deren Bedeutung anregt.