
Henry Smeathman, the Flycatcher: Natural History, Slavery, and Empire in the Late Eighteenth Century
1771 schickten Joseph Banks und andere wohlhabende Sammler einen begabten, autodidaktischen Naturforscher nach Sierra Leone, um alles Seltene und Kuriose zu sammeln, von Motten bis zu Affen. Henry Smeathmans Expedition an die westafrikanische Küste, die mit einem steilen Anstieg des britischen Sklavenhandels in diesem Gebiet zusammenfiel, dauerte vier Jahre.
In dieser Zeit baute er ein Haus auf den Bananeninseln, heiratete in die herrschenden Dynastien der Küste ein und schaffte es, das schwierige Leben eines "Fremden" zu meistern, der an seinen Vermieter und die lokalen Bräuche gebunden war. In diesem Buch, das sich auf ein reichhaltiges und wenig bekanntes Archiv von Tagebüchern und Briefen stützt, zeichnet Coleman Smeathmans Leben nach, wie er zwischen seinem Zuhause auf den Bananen und zwei wichtigen Liverpooler Handelsfestungen - Bunce Island und den Isles de Los - hin und her pendelte. Anhand der logistischen Herausforderungen des Sammelns von Tropenpflanzen und des Versands von Exemplaren über die mittlere Passage wird die enge Verbindung zwischen Wissenschaft und Sklaverei deutlich.
Wir sehen auch, wie sich Smeathmans Haltung gegenüber den Sklaven verhärtet, ein Gesinnungswandel, der später durch vier Jahre in Westindien wieder rückgängig gemacht wird. Das Buch endet mit der Rückkehr des "Fliegenfängers" nach London - ein gefeierter Termitenspezialist, der nach Westafrika zurückkehren möchte, um eine freie, sklavereigegnerische Siedlung zu gründen.