
Heroic Disobedience: The Forced Marriage Plot and the British Novel, 1747-1880
'Heroischer Ungehorsam: The Forced Marriage Plot and the British Novel, 1747-1880" zeigt, wie Romane des 18.
und 19. Jahrhunderts das, was der Autor als "Zwangsheirat" bezeichnet - einen Handlungsbogen, in dem ein gieriger Vater versucht, seine Tochter in eine Ehe zu zwingen, die sie nicht will, die aber für ihn selbst finanziell vorteilhaft wäre -, nutzen, um die nachteiligen Auswirkungen des Kapitalismus auf das Recht der Frauen auf Autonomie zu untersuchen.
Als die kapitalistischen Wirtschaftspraktiken den Merkantilismus ablösten, wurde der Wert der Frau in erster Linie im wirtschaftlichen Sinne gesehen. Das heißt, die Männer erkannten, dass Frauen - insbesondere junge, heiratsfähige Frauen - als Tauschobjekte zwischen Männern benutzt werden konnten. Die in "Heroischer Ungehorsam" betrachteten Romanautoren - Samuel Richardson, Charlotte Lennox, Mary Robinson, Charlotte Smith, Jane Austen, Charles Dickens, Elizabeth Stone und Anthony Trollope - haben dieses Phänomen erkannt und schildern, auf welche Weise Frauen zu willigen Spielfiguren in diesem System erzogen wurden.
Religiöser Diskurs, Verhaltensrichtlinien, Ehe- und Eigentumsgesetze, Löhne, Mangel an sinnvoller Bildung und Vererbungspraktiken führten dazu, dass Frauen keine andere Wahl hatten, als von ihren Patriarchen abhängig zu sein. Es ist wichtig, dass Autoren, die sich des Plots der Zwangsehe bedienen, nicht nur die Unterwerfung der Frauen aufzeigen, sondern auch heldenhaft ungehorsame Heldinnen erschaffen - und feiern -, die vor allem daran glauben, dass sie das Recht haben, ihre Zukunft selbst zu bestimmen: eine Zukunft, in der sie autonome Akteurinnen sind und nicht unterworfene Objekte.