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Governing Pleasures: Pornography and Social Change in England, 1815-1914
Governing Pleasures ist ein historischer Bericht über die Produktion, den Vertrieb und den Konsum von Pornografie in Großbritannien vom frühen neunzehnten Jahrhundert bis zur Wende zum zwanzigsten Jahrhundert. Lisa Z.
Sigel untersucht, wie sich die Pornografie im Laufe der Zeit als kulturelles und symbolisches Objekt in der britischen Gesellschaft veränderte, und stellt die Frage: Was wurde als pornografisch angesehen? Wer sah sich Pornografie an und las sie? Welche Art von Botschaften vermittelte dieses Medium Männern und Frauen gleichermaßen? Welchen thematischen Inhalt hatte es, wer kontrollierte es, und wie wirkten sich diese Botschaften auf die sexuelle und soziale Dynamik aus? Im Gegensatz zu neueren ahistorischen feministischen Behauptungen, wonach Pornografie Männer zwangsläufig lehrt, Frauen zu unterdrücken, betrachtet Sigel die Nutzung von Pornografie durch die Brille des historischen und sozialen Wandels. In einer sorgfältigen Analyse veranschaulicht sie die kulturelle Komplexität des Mediums und stellt Verbindungen zwischen der viktorianischen Pornografie und anderen Bereichen wie Sprache, Wissenschaft, Konsumverhalten und Politik her. Vor allem aber behauptet die Autorin, dass die Pornografie den Menschen eine Möglichkeit bot, der Sexualität und ihrer Beziehung zu ihrer Welt einen Sinn zu geben.
Governing Pleasures ist eine dringend notwendige Untersuchung eines vernachlässigten Themas. Der Zugang zu öffentlichen und privaten Sammlungen von Pornografie hat es der Autorin ermöglicht, ihre Argumente mit anschaulichen Illustrationen zu untermauern.