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Heavenly Fatherland: German Missionary Culture and Globalization in the Age of Empire
Motiviert durch eine Theologie, die die Missionsarbeit für unabhängig von säkularen kolonialen Bestrebungen erklärte, agierten protestantische Missionare aus Deutschland in einer Weise, die den gängigen und vorherrschenden Interpretationen der Missionsarbeit des 19.
Jahrhunderts widerspricht. Durch ihre Reisen trugen diese Missionare zur deutschen Kolonialkultur bei.
Aufgrund ihrer Theologie des christlichen Universalismus arbeiteten sie gegen den bigotten Rassismus und Ultranationalismus des säkularen deutschen Reichsaufbaus. Heavenly Fatherland bietet eine detaillierte politische und kulturelle Analyse von Missionaren, Missionsgesellschaften, Missionsintellektuellen und Missionsunterstützern. Anhand von Fallstudien aus Ostafrika und der Metropole zeigt dieses Buch, dass die Vorstellungen der Missionare über Rasse und Kolonialismus die Erfahrungen der Deutschen mit Globalisierung und Kolonialismus beeinflussten, während die Missionare gleichzeitig die koloniale Herrschaft prägten.
Indem es Religions- und Kolonialgeschichte zusammenbringt, eröffnet das Buch neue Wege der Untersuchung der christlichen Beteiligung am Kolonialismus. Während des Zeitalters des Kaiserreichs förderten deutsche Missionare eine internationalistische Vision der modernen Welt, die darauf abzielte, ein multinationales, multirassisches "himmlisches Vaterland" zu schaffen, das über den gesamten Globus verteilt war.