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Hollywood in San Francisco: Location Shooting and the Aesthetics of Urban Decline
Als eine der malerischsten Städte des Landes und nur wenige Autostunden von Hollywood entfernt, entwickelte sich San Francisco in den drei Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg zur am häufigsten und ausgiebigsten gefilmten amerikanischen Stadt außerhalb der Produktionszentren Los Angeles und New York. In diesen Jahren wandelte sich das filmische Bild der Stadt von der verträumten Schönheit von Vertigo zum alptraumhaften Ödland von Dirty Harry, obwohl San Francisco selbst keinen solchen Niedergang erlebte.
Diese faszinierende Diskrepanz gibt den Anstoß zu Hollywood in San Francisco, der bisher umfassendsten Studie über Hollywoods Wechsel von der Studio- zur Drehortproduktion in der Nachkriegszeit. In dieser dreißigjährigen Geschichte der Spielfilmproduktion in San Francisco zeichnet Joshua Gleich den Wandel der Produktionspraktiken in Hollywood nach, der dazu führte, dass die Dreharbeiten an Originalschauplätzen in den frühen 1970er Jahren die Studioproduktion als dominierende Produktionsmethode ablösten.
Er zeigt, wie dieser Wandel mit einem rapiden Verfall der öffentlichen Wahrnehmung der amerikanischen Stadt einherging, auf den die Filmemacher mit der Entwicklung einer nüchternen, realistischen Ästhetik reagierten, die zu Amerikas wachsendem Stadtpessimismus passte und die Treue zu den lokalen Realitäten verdrängte. Anhand der Analyse bedeutender Filme, die in San Francisco spielen - von Dark Passage und Vertigo über The Conversation und The Towering Inferno bis hin zu Bullitt - sowie der Fernsehserie The Streets of San Francisco zeigt Gleich, dass die Stadt eine physische Umgebung ist, die zur Inszenierung urbaner Fantasien genutzt wird, die weit mehr über das Hollywood-Filmemachen und die amerikanische Kultur verraten als über San Francisco selbst.