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Reinventing Hoodia: Peoples, Plants, and Patents in South Africa
Die in der Kalahari-Wüste beheimatete Hoodia gordonii ist eine Sukkulente, die bei den indigenen San-Völkern seit Generationen für ihre vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten bekannt ist: zur Verringerung des Hungergefühls, zur Steigerung der Energie und zur Erleichterung des Stillens.
Im globalen Norden ist sie als natürlicher Appetitzügler bekannt, ein ehemaliger Star der boomenden Diätindustrie. In Reinventing Hoodia untersucht Laura Foster, wie die Pflanze durch Patentbesitz, pharmazeutische Forschung, die Selbstbestimmungsbemühungen indigener San-Völker, vertragliche Aufteilung der Vorteile, kommerzielle Entwicklung als pflanzliches Ergänzungsmittel und Bioprospektionsgesetze neu erfunden wurde.
Unter Verwendung eines feministischen dekolonialen technowissenschaftlichen Ansatzes argumentiert Foster, dass das Patentrecht, obwohl es von Natur aus rassistisch, geschlechtsspezifisch und westlich geprägt ist, indigenen San-Völkern, südafrikanischen Wissenschaftlern und Hoodia-Züchtern die Möglichkeit bot, ungleiche Ansprüche auf Zugehörigkeit innerhalb der sich wandelnden Politik Südafrikas zu erheben. Diese radikale interdisziplinäre und intersektionale Darstellung der vielfältigen Materialitäten von Hoodia beleuchtet die ko-konstituierten Verbindungen zwischen Recht, Wissenschaft und dem Markt und zeigt gleichzeitig, wie diese Bereiche bestimmte Formen von Wissen und Materie unterschiedlich bewerten.