
Horizontalism and Historicity in Argentina: Cultural Dialogues of the Post-Crisis Era
In den letzten Monaten des Jahres 2001 stand der argentinische Staat kurz vor dem Zusammenbruch, als die Regierung, das Bankwesen und die soziale Ordnung zusammenbrachen. Der Argentinazo - für die einen zivile Unruhen, für die anderen ein demokratischer Aufstand - hatte eine seismische Wirkung auf das Selbstverständnis des Landes, seine Geschichte und seine Zukunft. Das Gefühl, dass Grenzen durchbrochen worden waren, ermöglichte neue Ansätze, nicht nur um den aktuellen Ereignissen einen Sinn zu geben, sondern auch um einen alternativen Weg nach vorne zu finden.
In der Zeit nach der Krise wurde ein wiederbelebtes Geschichtsbewusstsein zu einem entscheidenden Mobilisierungsimpuls, zusammen mit einem neuen Gesellschaftsmodell: dem Horizontalismus, einem nicht-vertikalen Modell der sozialen und politischen Organisation, das auf gegenseitigem Respekt und Zusammenarbeit beruht. Diese veränderte Einstellung spiegelte sich im kulturellen Leben des folgenden Jahrzehnts wider, als Künstler und Aktivisten vielfältige neue Subjektivitäten der Bürgerschaft erkundeten. In dieser reichhaltigen und breit angelegten Studie zeichnet Brigid Lynch das kulturelle Erbe der Argentinienkrise von 2001 anhand von Darstellungen von Historizität und Horizontalität in literarischer Fiktion, Journalismus, Film und Fernsehdrama nach.
Brigid Lynch ist Visiting Fellow am Institute of Modern Languages Research, University of London.