
Famine in the Remaking: Food System Change and Mass Starvation in Hawaii, Madagascar, and Cambodia
Die Ursachen von Massenhungersnöten mögen einfach und unmittelbar erscheinen: Missernten, Armut, Gewaltausbrüche und schlechte Regierungsführung.
Doch Hungersnöte sind komplex, und Wissenschaftler können ihre Ursachen nur dann vollständig verstehen, wenn sie ihre zahlreichen sozialen und umweltbedingten Vorläufer über lange Zeiträume hinweg und über große Entfernungen hinweg betrachten. Famine in the Remaking untersucht die Beziehung zwischen der Umstrukturierung von Ernährungssystemen und groß angelegten Ernährungskrisen anhand einer vergleichenden historischen Analyse von drei Hungersnöten: Hawaii in den 1820er Jahren, Madagaskar in den 1920er Jahren und Kambodscha in den 1970er Jahren.
Bei dieser Untersuchung werden die strukturellen Veränderungen - d. h. die Veränderungen der Beziehungen zwischen Erzeugern und Verbrauchern - ermittelt, die die Lebensmittelsysteme anfälliger für ein Scheitern machen.
Stian Rice geht über die in der Literatur vorherrschenden wirtschaftlichen und politischen Erklärungen für Nahrungsmittelkrisen hinaus und betont wichtige sozio-ökologische Wechselwirkungen, indem er einen Rahmen für die Krisenentwicklung entwickelt, der zwei unterschiedliche zeitliche Phasen und fünf verschiedene Arten von Kausalmechanismen identifiziert, die am Scheitern von Nahrungsmittelsystemen beteiligt sind. Sein Rahmen trägt zur aktuellen Arbeit im Bereich der Hungerprävention bei und bietet, angeregt durch sein Engagement für soziale Gerechtigkeit, das Potenzial für ein frühzeitiges Eingreifen bei sich abzeichnenden Ernährungskrisen.