Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 5 Stimmen.
Guardians of the Buddha's Home: Domestic Religion in Contemporary Jōdo Shinshū
In Guardians of the Buddha's Home (Hüterinnen des Hauses des Buddha) stützt sich Jessica Starling auf fast drei Jahre ethnografischer Forschung, um einen umfassenden Überblick über das Leben im Jōdo Shinshū-Tempel (Wahres Reines Land) zu geben, in dessen Zentrum die Tempel-Frauen (bekannt als bōmori oder Tempelhüterinnen) stehen. Dabei konzentriert sie sich auf die "häusliche Religion", eine Art der Religionsausübung, die sich auf informellere religiöse Ausdrucksformen konzentriert und in der wissenschaftlichen Literatur kaum Beachtung gefunden hat.
Die Hin- und Herbewegung der buddhistischen Tempelfrau zwischen der Haupthalle und der "Hinterbühne" der Küche und des Familienwohnsitzes verdeutlicht, dass sich die religiöse Bedeutung nicht auf kanonische Texte oder den für die formale Anbetung vorgeschriebenen Bereich des Tempels beschränken lässt. Starling argumentiert, dass das Erreichen des buddhistischen Glaubens (shinjin) genauso wahrscheinlich als Reaktion auf einen einfachen Akt der Gastfreundschaft, ein Gefühl der Gemeinschaft, das bei einem informellen Tempeltreffen erlebt wird, oder eine ästhetische Affinität mit dem Tempelraum, der von den bōmori sorgfältig gepflegt wurde, auftritt, wie durch das Hören der Worte einer Sutra des Reinen Landes, die von einem professionellen Priester intoniert wird. Für die Tempelfrauen findet die spirituelle Praxis des hōsha (Rückzahlung der Schuld, die man dem Buddha für seine Erlösung schuldet) ihren Ausdruck in der gewissenhaften Verwaltung der Tempelspenden, der Pflege des Hauses des Buddha und dessen Öffnung für Laienanhänger, der Erziehung der Tempelkinder und der Verbreitung der Lehren im häuslichen Bereich.
Indem sie sich mit dem auseinandersetzt, was Religionswissenschaftler die "Hinwendung zum Affekt" genannt haben, untersucht Starling in ihrem Werk in persönlichen Details, wie religiöse Dispositionen in einzelnen Praktizierenden geformt werden. Es überrascht nicht, dass die Antwort ebenso viel mit intimen Beziehungen und alltäglichen Praktiken zu tun hat wie mit formellen Liturgien oder schriftlich fixierten Predigten.