
Identifying Potential Ethnic Conflict: Application of a Process Model
Innerstaatliche kommunitäre Auseinandersetzungen, die als ethnische Konflikte bezeichnet werden, haben nach dem Ende des Kalten Krieges an Aufmerksamkeit gewonnen. In diesem Bericht wird ein Modell zur Vorhersage des Auftretens von kommunitären und ethnischen Konflikten skizziert.
Das Modell ist kein mechanistisches Werkzeug, sondern ein prozessbasiertes heuristisches Instrument mit einem dreifachen Zweck. Erstens soll es das Denken des Analysten über die Logik und Dynamik potenzieller ethnisch begründeter Gewalt ordnen und dabei helfen, die Anforderungen an die Informationsbeschaffung für eine solche Analyse zu definieren.
Zweitens soll ein konzeptioneller Rahmen dafür geschaffen werden, wie ethnischer Unmut entsteht, wie Gruppen mobilisiert werden und wie dies zu Gewalt führen kann, und drittens sollen die Nachrichtendienste bei der langfristigen Bewertung möglicher ethnischer Unruhen unterstützt werden. Das theoretische Modell erklärt, wie das Potenzial für Unruhen verstanden und umgewandelt werden sollte und wie die vorhandenen staatlichen Kapazitäten durch einen Prozess strategischer Verhandlungen mit mobilisierten Gruppen interagieren, um unterschiedliche Grade von Unruhen zu erzeugen.