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Their Lives, Their Wills: Women in the Borderlands, 1750-1846
Im Jahr 1815 verfasste eine sterbende Witwe namens Mar a Concepci n de Estrada in der spanischen Siedlung San Antonio de B xar ihren letzten Willen und ihr Testament.
Estrada nutzte ihr Testament, um ihre Schulden und Guthaben festzuhalten, ihren Besitz zu spezifizieren, ihren Kindern ihr Hab und Gut zu hinterlassen, Wünsche für ihre Beerdigung zu äußern und ihr religiöses Seelenheil zu sichern. Testamente wie das von Estrada verraten viel über das Leben der Frauen in den spätspanischen und mexikanischen Kolonialgemeinden von Santa Fe, El Paso, San Antonio, Saltillo und San Esteban de Nueva Tlaxcala im heutigen Nordmexiko.
Anhand von Testamenten als Hauptquellen untersucht Amy M. Porter die Art und Weise, in der diese Dokumente Details über Religion, Familie, Wirtschaft und materielle Kultur offenbaren. Darüber hinaus sind die Testamente ein deutlicher Hinweis auf die Schwierigkeiten des Grenzlebens, in dem Witwenschaft und Kindersterblichkeit an der Tagesordnung waren.
Vor allem aber tragen die Informationen in den Testamenten dazu bei, die Funktionsweise des patriarchalischen Systems spanischer und mexikanischer Grenzlandgemeinden zu erklären, und zeigen, dass die Geschlechterrollen in mancher Hinsicht fließend waren. Ergänzt durch Volkszählungen, Inventare, Gerichtsprozesse und Berichte von Reisenden zeichnen die Frauentestamente ein vollständigeres Bild des Lebens in den Grenzgebieten als die bisher von Männern dominierte Geschichtsschreibung der Region.