
In the Land of Tigers and Snakes: Living with Animals in Medieval Chinese Religions
Tiere spielen im buddhistischen Denken und in der buddhistischen Praxis eine entscheidende Rolle. Viele symbolisch oder kulturell bedeutsame Tiere, die in Indien, dem Ursprungsland des Buddhismus, zu finden sind, leben jedoch nicht in China, wohin sich der Buddhismus im Mittelalter ausbreitete. Um die buddhistischen Ideen und Bilder an den chinesischen Kontext anzupassen, interpretierten und modifizierten die Schriftsteller die Bedeutungen, die die verschiedenen Kreaturen hatten, neu. Mittelalterliche Quellen erzählen von Mönchen, die wilde Tiger zähmen, beschreiben Rituale zum Töten von Schlangen und behandeln sogar die Frage, ob ein Papagei Erleuchtung erlangen kann.
Huaiyu Chen untersucht, wie sich die buddhistischen Vorstellungen über Tiere durch die mittelalterliche chinesische Kultur verändert haben und verändert wurden. Er erforscht die verschlungenen Beziehungen zwischen Tieren, Religionen, dem Staat und lokalen Gemeinschaften, wobei er sowohl die vielschichtigen Bedeutungen, die mit Tieren verbunden sind, als auch die tägliche Erfahrung des Lebens mit der natürlichen Welt berücksichtigt. Chen veranschaulicht, wie der Buddhismus das Wissen und die Erfahrung der Chinesen in Bezug auf Tiere beeinflusste und wie die chinesische Staatsideologie, der Daoismus und lokale kultische Praktiken den Buddhismus umgestalteten. Er zeigt, wie Buddhismus, Konfuzianismus und Daoismus Lehren, Rituale, Diskurse und Praktiken entwickelten, um die Machtverhältnisse zwischen Tieren und Menschen zu regeln.
Dieses interdisziplinäre Buch, das sich auf ein breites Spektrum von Quellen stützt, darunter traditionelle Texte, Steininschriften, Manuskripte und visuelle Kultur, schlägt eine Brücke zwischen Geschichte, Religionswissenschaft, Tier- und Umweltwissenschaft. Indem es untersucht, wie buddhistische Darstellungen der natürlichen Welt und chinesische Taxonomien von Tieren sich gegenseitig bereicherten, bietet In the Land of Tigers and Snakes eine neue Perspektive darauf, wie der Buddhismus in der chinesischen Gesellschaft Wurzeln schlug.