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In the Looking Glass: Mirrors and Identity in Early America
Was bedeutete es, so fragt Rebecca K. Shrum, dass die Menschen - die seit langem daran gewöhnt waren, spiegelnde Oberflächen mit Ritualen und Magie zu assoziieren - mit ihrem eigenen Aussehen ebenso vertraut wurden wie mit dem Aussehen anderer Menschen? Fragmentarische Geschichten geben Aufschluss darüber, wie die frühen Amerikaner - Menschen indianischer, europäischer und afrikanischer Abstammung - mit Spiegeln umgingen.
Shrum argumentiert, dass Spiegel zu Objekten wurden, durch die weiße Männer ihren Anspruch auf Modernität geltend machten, indem sie Spiegel als Dreh- und Angelpunkte der Wahrheit hervorhoben, die es ihnen ermöglichten, sich selbst und ihre Welt zu kennen und zu beherrschen. Indem sie behaupteten, dass Spiegel ihre eigene Erleuchtung und Rationalität offenbarten und untermauerten, versuchten weiße Männer, sich in der Art und Weise, wie sie Spiegel benutzten, nicht nur von weißen Frauen, sondern auch von amerikanischen Ureinwohnern und Afroamerikanern abzugrenzen, die seit langem das Eigentum an Spiegeln und das Recht beanspruchten, deren Bedeutung selbst zu bestimmen. Spiegel spielten also eine wichtige Rolle bei der Konstruktion der frühen amerikanischen Rassen- und Geschlechterhierarchien.
Auf der Grundlage von Archivrecherchen, archäologischen Studien, Nachlassverzeichnissen, Handelsaufzeichnungen und visuellen Quellen bewertet Shrum auch die in Museumssammlungen vorhandenen Spiegel mit dem Blick auf die materielle Kultur. Der Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie und von wem Spiegel in Amerika erworben wurden, sowie auf dem tiefgreifenden Einfluss, den Spiegel sowohl individuell als auch kollektiv auf die Gruppen hatten, die sie annahmen. "In the Looking Glass" ist ein Stück innovativer textueller und visueller Wissenschaft.