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Vaccine Hesitancy: Public Trust, Expertise, and the War on Science
(Gewinnerin des PSA Women's Caucus Prize in Feminist Philosophy of Science 2022)
Seit Dr. Edward Jenner 1796 den ersten Pockenimpfstoff vorstellte, hat die Öffentlichkeit ihre Besorgnis über die negativen Auswirkungen von Impfstoffen zum Ausdruck gebracht. Die Kontroverse über die Impfung von Kindern verschärfte sich 1998, als Dr. Andrew Wakefield den MMR-Impfstoff mit Autismus in Verbindung brachte. Obwohl Wakefields Befunde später widerlegt und zurückgezogen wurden und medizinische und wissenschaftliche Beweise dafür sprechen, dass Routineimpfungen lebensbedrohliche Erkrankungen wie Masern, Keuchhusten und Kinderlähmung erheblich reduziert haben, nehmen Impfverweigerung und Ausbrüche von durch Impfung vermeidbaren Krankheiten zu. Dieses Buch untersucht das Zögern und die Verweigerung von Impfungen bei Eltern in den nördlichen Industrieländern. Obwohl sich die biomedizinische, gesundheitspolitische und populärwissenschaftliche Literatur auf eine wissenschaftlich unwissende Öffentlichkeit konzentriert hat, liegt das wahre Problem, so Maya J. Goldenberg, nicht im Unverständnis, sondern im Misstrauen. Das Vertrauen der Öffentlichkeit in wissenschaftliche Einrichtungen und staatliche Stellen ist durch Betrug, Forschungsskandale und Fehlverhalten erschüttert worden. Ihr Buch zeigt, wie von der Pharmaindustrie gesponserte Impfstoffstudien, die überzeugende Rhetorik der Anti-Impf-Bewegung und die Verbreitung von populistischem Wissen in den sozialen Medien zu einem öffentlichen Misstrauen gegenüber dem wissenschaftlichen Konsens beigetragen haben.
Wichtig ist auch, dass er hervorhebt, wie die historische und aktuelle Diskriminierung marginalisierter Bevölkerungsgruppen im Gesundheitswesen weiterhin die öffentliche Wahrnehmung der Vertrauenswürdigkeit von Institutionen prägt. Goldenberg betrachtet die Impfstoffzurückhaltung als eine Vertrauenskrise in der Öffentlichkeit und nicht als einen Krieg gegen die Wissenschaft und argumentiert, dass es nicht ausreicht, die Wirksamkeit und Sicherheit von Impfstoffen wissenschaftlich zu belegen. In einer angespannten Kommunikationslandschaft plädiert Vaccine Hesitancy für vertrauensbildende Maßnahmen, die sich auf Beziehungen, Transparenz und Gerechtigkeit konzentrieren.