Bewertung:

Das Buch „In Jerusalem“ beleuchtet das Leben zweier Familien - einer palästinensischen und einer israelischen - über ein Jahrzehnt hinweg und bietet einen persönlichen Blick auf die komplexe Geschichte und Politik des Nahen Ostens. Während viele Leser die persönlichen Erzählungen fesselnd und wichtig für das Verständnis des Konflikts finden, kritisieren andere die Perspektive des Autors und behaupten, es fehle ein umfassender Blick auf die umfassenderen Probleme.
Vorteile:⬤ Fesselnde und wichtige Erzählungen, die Geschichte und Politik persönlich machen.
⬤ Gut geschrieben und gut recherchiert, lässt es den Leser am Leben der betroffenen Familien teilhaben.
⬤ Bietet eine doppelte Perspektive auf den israelisch-palästinensischen Konflikt und gewährt Einblicke in beide Seiten.
⬤ Die langjährige Interaktion der Autorin mit den Familien verleiht ihren Geschichten Tiefe und Authentizität.
⬤ Einige Leser sind der Meinung, dass die Autorin voreingenommen ist und die Geschichte so darstellt, dass sie eine Seite zu bevorzugen scheint.
⬤ Kritik daran, dass keine vielfältigere Darstellung der Familien und ihrer Erfahrungen in Jerusalem enthalten ist.
⬤ Nicht alle Leser finden neue Einsichten oder Tiefgang, was dazu führt, dass sie eine naive Herangehensweise an ein komplexes Thema wahrnehmen.
⬤ Einige Kommentare deuten darauf hin, dass das Buch eine begrenzte Sicht auf wichtige demografische und soziopolitische Faktoren bietet.
(basierend auf 17 Leserbewertungen)
In Jerusalem: Three Generations of an Israeli Family and a Palestinian Family
Ein völlig neuer Blick auf den israelisch-palästinensischen Konflikt, der die lebensprägenden Auswirkungen von Kriegen und anhaltenden Spannungen auf das Alltagsleben von Familien in Jerusalem untersucht.
Als amerikanische, säkulare Jüdin in der Diaspora wuchs Lis Harris mit dem Wissen um das historische Unrecht auf, das Juden angetan wurde. Im Erwachsenenalter entwickelte sie ein wachsendes Bewusstsein für das Unrecht, das diese ihrerseits dem palästinensischen Volk angetan hatten. Dies weckte in ihr den intensiven Wunsch zu verstehen, wie die Geschichte der Israelis sie dorthin geführt hat, wo sie heute stehen. Sie stellte jedoch fest, dass politische Darstellungen von oben nach unten und Einschätzungen von Insidern die am meisten betroffenen Menschen wie Schachfiguren erscheinen ließen. Sie wollte die Auswirkungen des scheinbar endlosen Konflikts im Land auf das Leben der nachfolgenden Generationen erfassen.
Harris pendelte zehn Jahre lang zwischen Ost- und Westjerusalem hin und her und lernte das Leben zweier Familien kennen: das der israelischen Pinczowers/Ezrahis und das der palästinensischen Abuleils. Sie lernte Mitglieder der beiden Familien kennen - junge und alte, religiöse und säkulare, männliche und weibliche. Während diese ihre Geschichte mit ihr teilten, untersuchte sie, wie jede Familie die Verluste und Verwerfungen überlebte, die ihr Leben bestimmten; wie sie in einer Region, in der der Krieg und seine Bedrohung Teil der Atemluft waren, den Kindern Hoffnung für ihre Zukunft gaben; und wie sich das Verständnis der Erwachsenen für den Konflikt im Laufe der Zeit entwickelte. Indem er ein Jahrzehnt historischer Forschung mit politischer Analyse verbindet, schafft Harris ein lebendiges Porträt eines der kompliziertesten und kontroversesten Konflikte unserer Zeit.