Bewertung:

Das Buch stellt Zhang Dais Überlegungen zur späten Ming-Dynastie vor, zeigt seine exquisite Prosa und bietet wertvolle Einblicke. Es wird jedoch durch die vermeintliche Überheblichkeit des Autors (Philip Kafalas) und seine langatmige Schreibweise beeinträchtigt, was es für einige Leser langweilig macht.
Vorteile:Bietet einen faszinierenden Einblick in die späte Ming-Zeit durch die Erinnerungen von Zhang Dai. Enthält ausführliche Übersetzungen von Zhang Dais Essays, die auf Englisch kaum verfügbar sind. Die Prosa wird als exquisit beschrieben.
Nachteile:Philip Kafalas wird als prätentiös und übermäßig langatmig bezeichnet, was den Text langweilig macht. Der Schreibstil wird als obskur und unnötig kompliziert kritisiert, was vom Inhalt ablenkt.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
In Limpid Dream: Nostalgia and Zhang Dai's Reminiscences of the Ming
In Limpid Dream wird eine Gruppe persönlicher chinesischer Essays aus dem siebzehnten Jahrhundert vorgestellt, in denen untersucht wird, wie wir unsere Existenz in Erinnerungsfragmenten wahrnehmen. Im Mittelpunkt stehen die Traum-Erinnerungen von Tao'an (Tao'an mengyi), verfasst von Zhang Dai (1597-1648? ). Der wohlhabende Literat, Historiker, Lebemann und Ming-Loyalist verfasste 123 kurze Essays (von denen viele in diesem Buch übersetzt sind), nachdem die Ming-Dynastie 1644 an die Mandschu gefallen war. Diese Essays beschreiben Zhangs extravagantes Leben in der wohlhabenden Region Jiangnan vor dem Zusammenbruch der Ming-Dynastie. Da sie von einem einzigen Autor verfasst, zusammengestellt und eingeleitet wurden, geben uns diese Aufsätze einen lebendigen Einblick in die Art und Weise, wie Scherben persönlicher Erfahrungen an eine persönliche Seite der Existenz erinnern können, die normalerweise in konventionelleren, öffentlichen biografischen Formen nicht anerkannt wird.
Der erste Teil des Buches enthält Essays über fantastische Laternen, ruhige Nickerchen in treibenden Booten, bemerkenswerte Objekte, scharfsinnige Unterscheidungen im sozialen Verhalten, Krabbenfeste, schrullige Verwandte, dramatische militärische Übungen und Artefakte des Ming-Ruhmes - die Dinge, die in der Erinnerung immer noch ein Gefühl von gemeinsamer Identität und Präsenz für jemanden vermittelten, der kein Amt innehatte und den Fall seiner Dynastie miterlebte.
Der zweite Teil des Buches beginnt mit der Frage nach der Nützlichkeit des Konversationsgenres Xiaopin und führt dann einen neuen Ansatz für Zhangs Essays ein, indem er eine Analogie zum mnemotechnischen Genre der Nostalgie herstellt, das Professor Kafalas sowohl in chinesischen als auch in westlichen Kontexten untersucht. Nostalgie wird zu dem Muster, durch das diese scheinbar trivialen Essays ein starkes Gefühl von Herkunft, Präsenz und Ort durch minutiös bekannte Objekte, ästhetisch überwältigende Erfahrungen und kleine soziale Gesten behaupten.
In Limpid Dream ist eine fesselnde und anregende Literaturgeschichte, die Zhangs nostalgische Fragmentierung von Ort und Zeit erhellt. Zhangs introspektive Nostalgie erscheint uns ziemlich modern, während Kafalas' aufschlussreiche Analyse das Vermächtnis von Zhangs „kleiner“ Prosa in der späteren chinesischen Literatur verdeutlicht und über unser eigenes Verständnis unserer nicht-narrativen Existenz nachdenkt.