
India's Greenfield Urban Future: - The Politics of Land, Planning and Infrastructure
Der Bau von Städten ist eine beständige politische Redewendung in Indien.
Ikonische Hauptstädte wie Jaipur, Kolkata und Chandigarh haben ihren Ursprung in staatlichen Initiativen, von der vorkolonialen Zeit bis heute. Im heutigen Indien wurde der Anstoß für neue Städte durch das Auftreten privater Immobilienakteure umgestaltet.
Ein überzeugendes und symbolträchtiges Bild für die urbane Transformation der Jahrtausendwende ist die Hochhaus-Gated Community. Diese Wohnsiedlungen versprechen eine hochwertige Infrastruktur und „Annehmlichkeiten“, einen anspruchsvollen Lebensstil und saubere Aussichten auf Arbeit und Freizeit und signalisieren einen entscheidenden Bruch mit den alten Lebensformen in der indischen Stadt. Diese Diskontinuität zeigt sich auch in der geografischen Lage dieser Enklaven, die größtenteils in den Randgebieten und auf der „grünen Wiese“ entstehen - den Gurgaons und Greater Noidas, Navi Mumbais, Rajarhats, Whitefields und Cyberabads, Lavasas und Sri Citys.
Geprägt von der Dynamik des Immobilienmarktes und den von der Politik geförderten Wachstumsplänen, insbesondere im gehobenen Dienstleistungssektor, hat die Stadtentwicklung auf der grünen Wiese wirtschaftliche und strukturelle Veränderungen mit sich gebracht. Indiens urbane Zukunft auf der grünen Wiese“ erforscht diese ‚urbane Grenze‘ und die ihr zugrunde liegenden öffentlich-privaten Interessenkonstellationen anhand von zehn Aufsätzen von Stadtforschern, die in ihren jeweiligen Gebieten tief verwurzelt sind und sich gleichzeitig an den Debatten innerhalb der globalen Stadtforschung beteiligen.