
Intercommunal Ecclesiology
Was stellen sich christliche Gemeinschaften vor, wenn sie sich als Kirche verstehen? Und wie beeinflussen diese ekklesiologischen Vorstellungen die vergangenen und gegenwärtigen Verstrickungen des Christentums mit Gewalt und Ungerechtigkeit? Die interkommunale Ekklesiologie befasst sich mit diesen Fragen, indem sie die besondere Rolle untersucht, die die Dynamik zwischen den Gruppen bei der Gestaltung christlicher kollektiver Verhaltensweisen gegenüber dem Anderen spielt, die mit christlichen theologischen Grundsätzen wie der Nächstenliebe unvereinbar sind.
Durch die interdisziplinäre Auseinandersetzung mit Sozialpsychologie, Systemtheorie, Bibelkritik und Studien zur frühen Geschichte des Christentums plädiert dieses Buch für eine theologische Neuplanung der Kirche an der dreifachen Schnittstelle zwischen einer Anthropologie der Gruppendynamik, einer Soteriologie, die angemessen in Gottes historischem Heilsplan verwurzelt ist, und einer Christologie, die auf die kollektive Verkörperung Christi achtet. In dem Buch wird argumentiert, dass die Kirche im Rahmen von Gottes historischem Heilsplan als Gottes gemeinschaftliche Antwort auf die Uneinigkeit zwischen den Gemeinschaften fungieren soll, eine Rolle, die sie nur dann mit Integrität erfüllt, wenn und wo sie sich als Gegenleistung für Aggression, Konflikt und Gleichgültigkeit zwischen menschlichen Gemeinschaften betätigt.